Ullapool – Inchnadamph

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Strath Canaird – Culnagraig

Etappe 1

Inverness, 23.03.

Aufstehen ab 6:30. Gut geschlafen aber mein Zahn macht sich wieder leicht bemerkbar. Nach einem kurzen, letzten Frühstück in Inverness dann per Bus nach Ullapool, wo ich bereits um 9:30 ankomme. Kalt und windig ist es hier – diese Worte werde ich diesem Bericht noch sehr oft verwenden. Nach einer kurzen Pause und Aufwärmen in der Terminalhalle für die Fähre auf die Äußeren Hebriden fahre ich noch 10 Minuten im Kleinbus (mit mir nur 3 Mitfahrende) bis nach Strath Canaird, dem Startpunkt meiner Tour.

Letzte Vorbereitungen und Startfoto, Aufbruch um 10:30. wp_bd_sutherland2013_02_01_017Nach ca. ½ Stunde auf Schotterpiste erreiche ich den Postman’s Walk. So ist die Bezeichnung in den Scottish Hill Tracks. Bei „Postman“ muss ich aber zunächst an einen gemütlichen etwas älteren Herrn denken, der geruhsam täglich seine Runde geht und die Briefe austrägt. So gesehen sollte der Postman’s Walk doch auch eine wenig anstrengende Angelegenheit sein. Trotz der etwas gegenteiligen Darstellung in den Scottish Hill Tracks gehe ich mit dieser Erwartung an den Weg. Eine klare Fehleinschätzung, wie sich zeigen wird. (Hier kündigt ein Schild den Weg als Poster’s Walk an, was ebenfalls recht harmlos klingt)

wp_bd_sutherland2013_02_02_018Der Anfang ist noch unspektakulär, es geht Richtung Küste, etwas sumpfig. Nach 2 km führt es bergauf, der Weg ist nicht immer klar ersichtlich, obwohl vereinzelt auch Markierungen vorhanden sind. Der Wind weiterhin stark, aber meist im Rücken (Ost-Wind, ich gehe Richtung West). Dafür ist es aber trocken, jedoch kaum Aussicht auf Sonne. Obwohl es ein Küstenpfad ist, fällt mir die Orientierung nicht ganz so leicht. Oft verliere ich den Hauptweg, dann immer wieder in kleinere Täler hinauf und hinunter, teils führen diese auch von der Küste weg. Gegenüber dem (theoretisch) geplanten Weg ist dies schon ein deutlicher Umweg. Und bei dem Wind ist dies ganz schön anstrengend.

 

Meine ursprüngliche Idee bei der Planung der Tour, einen Abstecher auf die Küstenberge Ben More Coigach oder Sgurr an Fhidhleir zu machen (beide über 700 m), habe ich spätestens jetzt aufgegeben. Zu kalt, zu windig und auch mein Vorankommen ist nicht ganz so zügig wie erwartet.

Wer möchte kann mal die „windig“ und „kalt“ mitzählen…

Und nochmals ein Tal auf und abwärts, danach bin ich echt fertig. Der Weg ist ab nun aber viel besser zu erkennen, jedoch sehr steinig und auch unangenehm nah an der Klippe. Der folgende Kilometer erfordert daher volle Konzentration. Vorbei an einem kleinen Wasserfall, teilweise noch vereist.wp_bd_sutherland2013_02_06_039 Ich bin sehr froh, als der steinige Abschnitt geschafft ist. Eine Straße ist in der Ferne schon zu sehen. Der bereits starke Wind nimmt noch weiter zu als ich diese bei Culnagraig erreicht habe. Ich muss nun tatsächlich aufpassen, dass ich vom Wind nicht zu Boden geweht werde. Wo soll ich heute denn überhaupt zelten?!? Kraxele einen Hang hinauf, in der Hoffnung eine windgeschützte Stelle zu finden – jedoch ohne Erfolg. Ein Youth Hostel soll es hier auch irgendwo geben. Aber, wo genau und hat es überhaupt geöffnet? Es ist auch weit und breit kein Mensch zu sehen, den ich fragen könnte, das „Hauptdorf“ von Achiltibuie noch recht weit entfernt.wp_bd_sutherland2013_02_07_049

Längs des Wegs sind einige Schafe, die sich in eine Mulde kauern. Hm, vielleicht haben die ja eine gute Stelle, ich würde sie dann überzeugen, noch spontan umzuziehen … Entwarnung für die Schafe: Ist doch nichts, nicht tief genug, daher kaum Windschutz für mich. Ganz in der Nähe aber die Überreste eines Shieling. Direkt hinter einer Mauer ist es etwas windgeschützt. Das müsste gehen. Zeltaufbau, zum Schlafen kommen werde ich hier aber nicht… Wind und Kälte halten mich die ganze Nacht wach.

 

Culnagraig – Rubha Còigeach

Etappe 2

Culnagraig / Allt a‘ Phuill Mhòir, 24.03.

Ein Aufstehen gibt es nicht, da ich die ganze Nacht wach bin. Das Zelt wogt, flattert, ist sehr laut. Einschlafen ist daher für mich unmöglich.

wp_bd_sutherland2013_03_01_056Auch morgens immer noch sehr starker Wind. Gegen 6:00 wechsle ich aber zumindest aus der liegenden in eine sitzende Position. Weiterhin aber noch sehr starker Wind. Der morgendliche Kaffee entfällt, da es für den Kocher selbst im Vorzelt zu windig ist. Und im Zelt will ich wegen des ständigen Gewackels den Kocher erst recht nicht anwerfen.

Mal schauen, was ichwp_bd_sutherland2013_03_02_059 heute mache. Vielleicht suche ich mir ein B&B längs des Wegs und mache einen Tag Pause? Müde und kaputt genug wäre ich dafür eigentlich – andererseits kann ich schlecht schon nach dem ersten Tag eine Pause machen. Aufbruch um 8:20. Das Wetter sieht eigentlich ganz gut aus. Trocken, sehr kalt, und der Wind immer noch von Osten. Weiterhin stark, aber nicht mehr ganz so schlimm wie gestern Abend. Ich folge der einspurigen Straße bis zum Dorf Achiltibuie, das bald erreicht ist. Es besteht nur aus einigen Häusern entlang des Wegs, mehr nicht. Weiterhin ist kein Mensch zu sehen.

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Summer Isles Hotel

Längs des Wegs komme ich am „Summer Isles Hotel“ vorbei. Ob die geöffnet haben? Vielleicht sogar Kaffee im Angebot haben? Sieht eigentlich nicht danach aus, ich versuche es trotzdem, klopfe vorne. Tatsächlich, eine junge Frau öffnet mir. „Coffee?“ Keine Sorge, meine tatsächliche Eröffnung des Gesprächs war schon etwas höflicher und ausführlicher, aber dies fast es in aller Kürze zusammen. Das Hotel öffnet eigentlich erst nächste Woche wieder, erfahre ich von ihr. Sie fragt den Chef, ob er eine andere Möglichkeit für ein Heißgetränk sieht. Nein, eigentlich nicht, aber ich kann hier trotzdem einen Kaffee bekommen! Sehe wohl sehr verfroren aus, dass mir diese Möglichkeit gegeben wird. Ein Kaffee, dann ein Sandwich mit warmer Wurst (schottische Spezialität?!) und noch ein Kaffee. Ich muss nicht mal bezahlen! Super gastfreundlich! Wegen des Wetters erfahre ich, dass der schlimmste Wind wohl vorbei ist.

Gut gestärkt setze ich meinen Weg fort. Die B&B-Variante mit der Pause habe ich nun gestrichen. Längs des Wegs Immer wieder vereinzelte Häuschen, ein einziger Fußgänger, selten mal ein Auto, das mir entgegenkommt. Die Sonne kommt kurz raus, ist dann wieder weg. Der Wind eisig. Zur Linken die Summer Isles: Einige kleine Inselchen, wie ins Meer hinein geworfen. Bei diesen Temperaturen komme ich mir von der Bezeichnung der Inseln etwas veralbert vor….

wp_bd_sutherland2013_03_04_074Ich folge nun der Straße bis nach Reiff, dort beginnt ein weiterer Küstenpfad. So etwas hätte ich mir auch für gestern vorgestellt: Küstennah, mal über Heide und sumpfige Gebiete geht’swp_bd_sutherland2013_03_06_083 hier entlang. Aber ohne den extremen Wind und die steilen Klippen von gestern. Nun auch etwas öfter mit Sonnenschein. In der Ferne sind erstmals die Berge wie Suilven und Stac Pollaidh zu sehen. Jeder Berg steht für sich alleine, wirkt dadurch viel bestimmender, wichtiger. Der Suilven hat nur im Gipfelnähe Schnee; die Schneegrenze dürfte bei ca. 600 – 700 m sein. Schön ist die Höckerform des Suilven zu erkennen.

Ich komme rwp_bd_sutherland2013_03_05_079elativ gut vorwärts, laufe aber auch nicht jeden Zipfel des Wegs vollständig aus. Dann beginnt die Suche nach einem Zeltplatz. Hier im Norden der Halbinsel Rubha Mòr schaut es wegen Flüssen nicht so gut aus. Auf meiner Karte ist etwas landeinwärts ein Loch – der Loch Airigh Blàir – eingezeichnet, zu dem ich mich aufmache.

Gefunden, das Wasser schaut nicht 1A aus, mit Behandlung sollte es aber ok sein. Natürlich weht es auch noch ganz gut und geschützte Plätze gibt es nicht. Ich stelle das Zelt gegen den Wind, sichere mit ein paar Steinen. Später lässt der Wind dann endlich etwas nach, die Kälte aber nicht. Gegen Abend ist der Wind zu einem Lüftchen (relativ zu gestern) geworden, also habe ich gute Chancen, endlich mal zu schlafen!

 

Rubha Còigeach – Rubha Lochan Sal

Etappe 3

Rubha Còigeach / Loch Airig Blàir, 25.03.

Aufstehen ab 6:00 – tatsächlich, diesmal gut geschlafen. Gegen Mitternacht hatte es noch kurz gestürmt, danach fast windstill. Jetzt ist es weiterhin kalt (daran wird sich auf dieser Tour auch nichts mehr ändern), aber trocken.

Beim Aufbruch gegen 8:30 ist auch die Sonne da, die Kälte kann sie aber so schnell nicht vertreiben. Längs der Küste, dann an einem alten Gehöft vorbei.

Der Weg führt nun zur Bucht von Enard Bay (Achnahaird Bay), wo es eine Straße nach Achnahaird gibt. Wenn möglich, möchte ich aber weiter längs der Küste wandern. Erst mal zur Bucht. Sandstrand, Sonne, fast menschenleer, nur ein Mann mit 2 Hunden.

Längs des Strands bis zu einem kleinen Flüsschen. Bei der vorherigen Planung war noch unklar, ob ich hier hinüber komme. Aber das Wasser ist ganz flach und so komme ich nach der kleinen Furtung – dennoch gut abgekühlt – auf der nächsten Halbinsel an. Kurze Pause, ausnahmsweise im Windschatten einiger Felsen.

Weiter auf dem Küstenpfad, der nach Nord-Westen immer weniger erkennbar ist und sich schließlich ganz auflöst. Weglos weiter durch hohe Büsche, bis ich auch zweimal in tiefe Löcher trete. Die berühmt-berüchtigten schottischen Bogholes. Die Dinger sind fast unsichtbar! Schweres Vorankommen. Dann ein weiteres Loch – sogar mit Wasser – in das es knietief hinunter geht.

Hier fällt mir auf, dass der Begriff Loch in einem Bericht über Schottland meist einen See oder ein küstennahes Gewässer bezeichnet. Bei den zuletzt erwähnten Lochs handelt es sich um „normale Löcher“ – in die man reintreten kann und sich überhaupt nicht darüber freut…

Mein Stock verhindert, dass ich ganz den Halt verliere. Schließlich noch über einen Zaun klettern, danach komme ich zu einem Loch (jetzt meine ich ein schottisches „Gewässer-Loch“) direkt an der Küste. Eigentlich müsste ich das Gewässer ganz umgehen. Stattdessen versuche ich, den Ausfluss zu queren. Klappt, beschert mir aber nasse Füße. Stehe fast bis zu den Knien im Fluss.

Im Folgenden aber keine Bogholes mehr, aber weiterhin weglos, so dass ich auch von meiner Ideallinie abkomme. Erst flach und leicht sumpfig, dann steigt es an.

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Inverpolly Lodge mit Suilven

Es tauchen die Häuser der Inverpolly Lodge auf. Ab dort dann auf einem Jeep-Track. Zwischenzeitlich etwas Schneegriesel, erstmals sehe ich Rotwild. Bis zum Bootshaus der Lodge am Lochan Sal geht es flott voran.wp_bd_Sutherland2013_04_09_161 Dann ein Weg, teils durch Birkenwäldchen, immer Auf und Ab, es wird wieder ziemlich anstrengend. Laut Karte müsste ich doch schon längst am geplanten Ziel sein – das wäre ein weiterer kleiner Loch leicht nördlich von Poll Loisgann. Noch einen Abhang hoch und es ist geschafft. Meinen Zeltplatz wähle ich direkt neben einer Felswand, die Winde aus Osten vollständig abhält. Leider ist das Wasser des Lochs nicht so toll; eine braune Brühe.

wp_bd_Sutherland2013_04_10_166Trotzdem baue ich das Zelt hier auf. Um an besseres Wasser zu gelangen, ist dann noch ein Abendspaziergang zu einem weiteren Loch notwendig. Nach dem Essen will ich mich nur kurz ausruhen, schlafe dabei ein und wache erst gegen 21:00 wieder auf. Nochmals raus, um das Zelt zu checken. Alles ok und windstill – erstmals auf dieser Tour. Vollmond, so voll, dass ich einen ganz deutlichen Schatten werfe. Und sehr kalt ist es…

 

Rubha Lochan Sal – Suilven Nordseite

Etappe 4

Rubha Lochan Sal / Poll Loisgann, 26.03.

Diesmal beginnt mein Tag etwas früher, schon um 5:40. Nachts war es offenbar sehr kalt: Etwas Schnee auf dem Zelt, der kleine Loch ist teilweise gefroren.wp_bd_Sutherland2013_05_01_169 Aufbruch so gegen 8:20. Durch ein Wäldchen mit Auf und Ab, dabei leichter Schneefall. Nach ca. einer Stunde habe ich die einspurige Straße längs der Küste in Richtung Lochinver erreicht. Nur ein kurzes Stück weiter ist Polly More – hier wollte ich eigentlich weglos nach Osten weiter. Nach den Erfahrungen von gestern verzichte ich aber, gehe lieber weiter längs der Straße (eigentlich versuche ich Straßen- und Asphaltgelatsche möglichst zu vermeiden). Einmal steil bergauf, dann ist das Schlimmste geschafft. Nicht viel los hier; einem Wanderer und einem Auto begegne ich über einen Zeitraum von über einer Stunde.

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Falls of Kirkaig

Dann ist der Parkplatz bei An Droighneach erreicht, ab hier geht es auf einen guten Weg längs des River KIrkaig. Das heißt, meist führt der Weg weit oberhalb, da sich der Fluss so tief eingegraben hat. Leichter Gegenwind, bei Sonne und an einer windgeschützten Stelle mache ich Pause. Hier ist es tatsächlich auch mal warm! Dies ist aber nur ein kurzer Eindruck.

Am Kirkaig-Wasserfall, einige in den Felsen gehauene Stufen weisen den Weg. Ganz schöner Wasserfall, ca. 20 – 30 m braust das Wasser abwärts. Weiter geht‘s. Ich verpasse die Abkürzung gen Norden, und laufe so die gesamte Halbinsel, die in den Fionn Loch ragt, ab. Von hier aber tolle Aussichten auf den Suilven und die Berge weiter östlich. Jetzt sogar mal richtig mit Sonne. Weiter zum westlichen Ende des Fionn Loch.

Der Sonnenschein wird wieder mit leichtem Schneefall ersetzt. Längs Creag a‘ Choire Mhòir, dann wieder am Ufer des Fionn Loch, nehme ich schließlich direkten Kurs auf den Suilven. Bis auf ca. 250 – 300 m gehe ich, das gibt direkt eine andere Aussicht mit den vielen Lochs im Süd-Westen. Dann ist auch die Aufstiegsroute zum Suilven zu sehen. Ohne Rucksack, ohne Wind, und etwas wärmer, dann gerne.

So aber umrunde ich den Berg an der nordwestlichen Seite. Viele zugefrorene Lochs, das Eis scheint hier noch recht dick zu sein. Auch der Boden ist nicht sumpfig, sondern macht beim Gehen einen „Crunchy-Sound“. Gutes Fotolicht, jetzt am späten Nachmittag.

Direkt neben einem zugefrorenen Loch an der Nordseite des Suilven finde ich eine gute, windgeschützte Stelle für mein Zelt. Trotz des harten Bodens lassen sich die Heringe aber noch ganz gut einschlagen und halten besser als im normalen Boden. Um an Wasser zu gelangen, muss erst das Eis des Lochs aufgehackt werden. Das ist also Ende März in Schottland, alles sehr, sehr kalt und eisig. Aber ein toller Platz!

 

Suilven Nordseite – Inchnadamph

Etappe 5

Suilven Nordseite / Loch na Barrack, 27.03.

wp_bd_Sutherland2013_06_01_246Aufstehen noch etwas früher als gestern, ab 5:30. Die kälteste Nacht bisher, sogar die Stiefel sind etwas gefroren. Immerhin, ich bin im Plan, wobei die erhofften „Bergwertungen“ (spekuliert hatte ich bis hierhin mit Ben More Coigach, Sgurr an Fhidhleir und Suilven) entfallen sind. Aber es gibt ja noch ein paar Möglichkeiten bis zur Küste bei Tongue.

Aufbruch gegen 8:30. Rotwild in der Entfernung. Erst von meinem Plateau auf 300 m wieder hinunter. Überraschend steil ist es, bis ich endlich zu dem Pfad am Loch na Gainimh komme. Das Wetter ist eigentlich richtig gut: Sonne, aber weiterhin kalt. Auf dem Pfad komme ich nun sehr gut voran. Nochmal ein Blick auf den Suilven von der Nordseite. Erst am Loch, dann am Fluss, dann der nächste Loch, mal wieder ein „Lochan Fada“. Sobald die Sonne nur kurz verschwindet, ist es sofort deutlich kälter. Von hier nochmals Suilven, sieht von hier fast wie das Matterhorn aus (ok, nur eine Miniaturversion, aber immerhin).

Am Ende des Lochan Fada geht es weglos in nordöstlicher Richtung weiter. Wieder auf ca. 300 m hinauf, dann bleibe ich auf dieser Höhe. Die Bergkette mit Ben More Assynt, die für morgen geplant ist, nun in direkter Gehrichtung vor mir.

Relativ viel Schnee ist zu erkennen, unklar natürlich, ob es glatt ist oder nicht. Die Vorstellung, heute auf 500 m zu übernachten gefällt mir wegen der Kälte auch nicht besonders. Vielleicht kann ich im Inchnadamph Hotel übernachten. Da ich keine Telefonnummer habe, bleibt die Entscheidung noch aufgeschoben. Das Vorankommen zügiger als erwartet – schöne Aussichten von hier. Ich behalte meine Richtung bei und schließlich ist die Straße und in der Ferne auch Inchnadamph zu sehen.

Hinunter in Richtung des River Loanan. Dann noch ein sumpfiger Bereich, der Untergrund gibt extrem nach, bis zum Knie versinkt mein rechtes Bein. Zum Glück kann ich den Fuß schnell wieder hinaus ziehen. Über den Fluss und kurz darauf am Inchnadamph Hotel. Niemand da, die haben noch geschlossen, hinter dem Hotelgebäude gibt es aber die Inchnadamph Lodge. Dort gibt‘s Hostel Zimmer für 20 £. Das mache ich doch!

Bin erst mal alleine in dem Haus, später sollen noch 2 andere Gäste kommen. Kurz ausruhen. Auch hier sehr kalt, den Wechsel zur Zivilisation gelingt nicht so recht: Wie schalte ich die Heizung an?!

Gehe nachher noch zum Calda House und zum Ardvreck Castle. Direkt am Loch Assynt gelegen mit den weißen Bergen im Hintergrund, schon ganz schön. Wieder zurück, der Besitzer schaut rein, schaltet die Heizung an. Details wegen des Wetters kann er leider nicht liefern: Es bleibt so ähnlich, wie‘s auf über 500 m aussieht; unklar. Schnee und auch Eis sind aber möglich. Naja, das mit dem Eis gefällt mir gar nicht. Grödel habe ich nicht dabei. Daher gibt’s für morgen eine Planänderung: Statt über die Berge mit unklaren Aussichten werde ich längs der Straße nach Kylesku gehen oder vielleicht auch fahren (Bus oder Anhalter) und von dort nach Achfary gehen.

 

Intro Teil 2