Sutherland Trail

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Der Plan

In den Vorjahren war ich bereits mehrmals in Schottland, u.a. auf dem Cape Wrath Trail, dem Skye Trail und auf kürzeren Touren im Nord-Westen Schottlands. Auch in diesem Jahr – 2013 – zieht es mich auf die Insel. Und wieder ist es der Nord-Westen, der mein Ziel sein soll.
Wer auf das Vorgeplänkel verzichten möchte, kann direkt zum Auftakt der Tour in Strath Canaird bei Ullapool springen.

Beim Stöbern nach Routen stoße ich auf den Sutherland Trail und das gleichnamige Buch von Cameron McNeish. Beschrieben als Wanderung von ca. 120 km von Lochinver an der Nord-Westküste durch Assynt und Sutherland, um dann in einem Örtchen namens Tongue nahe der Nordküste an einem Fjord zu enden.

Enttäuschen muss ich leider jene Besucher dieser Seite, die auf der Suche nach Gondeln oder Nadeln waren, weiterlesen ist aber erlaubt und gewünscht.

Aufgrund meiner Erfahrungen mit dem Cape Wrath Trail ist mir der beschriebene Weg teilweise schon bekannt, insbesondere kann ich das zu erwartende Gelände gut einschätzen.

Nicht so ganz nach meinem Geschmack ist jedoch die Länge von 5 bis maximal 6 Tagen. Insbesondere unter Berücksichtigung der etwas länglichen An- und Abreise ist mir dies doch etwas zu kurz (sprich relativ viel Fahrerei und Fliegerei, um dann nur 5-6 Tage wandern). Aber es gibt eine Verlängerungsmöglichkeit: Mit dem Start Nahe Ullapool verlängert sich einerseits die Tour, zudem wird auch die Anreise etwas einfacher – zumindest sobald ich in Inverness bin.

Meine gegangene Strecke entspricht ziemlich genau dem im Buch vorgestellten Weg, hinzu gekommen ist noch ein gut 3-tägiges Zusatzstück auf dem Postman’s Walk und entlang der Summer Isles. Das Fischerdorf Lochinver hingegen habe ich ausgelassen.

Die Detailplanung verläuft dann ziemlich zäh, wenig Zeit, um mal durchgehend an der Tourenplanung zu arbeiten. Eine Woche vor Ostern werde ich starten, um dann kurz nach Ostern wieder zurück zu fliegen.

Und wie so oft habe ich in den Wochen und Tagen vorher Knie- und dann Zahnprobleme. Die Knie normalisieren sich von alleine, meinem Zahnarzt statte ich aber noch mehrere Besuche ab ohne wirklich zufrieden mit dem Ergebnis zu sein. Dann noch Berichte über sehr starke Schneefälle im Norden Englands – hoffentlich zieht das nicht weiter nördlich.

 

Auftakt

Düsseldorf, 22.03.

Anreisetag und morgens sind die Zahnschmerzen der letzten Tage wieder bzw. weiterhin zu spüren – wenn auch nur leicht. Trotzdem, ich werde nach Schottland fliegen, stelle mich aber schon gedanklich darauf ein, evtl. die Tour auch ganz kurzfristig abzubrechen und sofort zurück zu reisen.

Die Wettervorhersage der nächsten Tage für Nord-Schottland stellt Sonne und Wind in Aussicht. Auch deswegen nehme ich für mein Ein-Stangen-Hilleberg-Zelt noch eine weitere Stange mit – die stammt vom Vorgänger-Hilleberg, dem der isländische Sand (und teils auch die Asche) den Garaus gemacht hat. Ca. 19,5 kg wiegt mein Rucksack, etwas leichter wird er noch, da ich ein paar Kleinigkeiten in der ersten (und letzten) Unterkunft in Inverness deponieren werde. Gegen 9:00 am Flughafen, meine Zähne haben sich noch nicht entschieden, ob sie weiter nerven wollen oder doch Pause machen. Der Abflug verspätet sich um fast eine Stunde. Dies beunruhigt mich doch etwas, das ich noch in Birmingham umsteigen muss und es dann tatsächlich eng werden könnte.

Um 11:30 in Birmingham. Ziemlich kühl hier, knapp über 0 C°, bewölkt und etwas Schnee liegt auch noch. Und nochmals durch die Sicherheitskontrolle, vor der sich eine sehr, sehr lange Warteschlange gebildet hat. Ganz toll, mit kaum noch einer Stunde Zeit, ist das eigentlich nicht zu schaffen. Für solche Fälle gibt es hier aber „Abzocken Speciale“ aka „Fast Lane“ für 3 £.

EdinburghImmerhin, damit bin ich schnell durch die Kontrolle und erreiche noch bequem den Flieger nach Edinburgh. Auch dort bewölkt und echt kalt. Bis es um kurz vor 18:00 mit dem Zug nach Inverness geht habe ich noch etwas Zeit – Gaskartuschen kaufen, essen und etwas in der Stadt rumlaufen. Wobei, das Wetter ist diesmal so unerfreulich und usselig, dass dies recht kurz ausfällt. Die Zahnschmerzen haben aber fast gänzlich aufgehört, nur bei starkem Wind sind sie zu spüren.

Es ist schon dunkel, als ich Edinburgh mit dem Zug verlasse und via Aviemore nach Inverness fahre. Von daher ist auch während der Fahrt nicht viel zu sehen. Ob vielleicht doch Schnee liegt, werde ich erst morgen erfahren. 21:00, in Inverness, schnell zum B&B Carbisdale, das nur 10 Minuten vom Bahnhof entfernt ist. Schaue mir noch den Wetterbericht im Fernsehen an: Schnee in Süd-Schottland (mir egal), ansonsten aber sonnig. Schaun‘ wir mal!

… und nach der langen Vorrede geht es hier los: Teil 1