Lónsöræfi – Snæfell

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Der erste Teil der Wanderung von der Lónsöræfi bis zum Mývatn

Von Stafafell an der Ringstraße geht es gen Norden längs der Jökulsá í Lóni bis hinauf ins Hochland zur Geldingafellsskáli. Danach durch die Eyjabakkar Richtung Snæfell bis zur Hütte Snæfellsskáli.

Stafafell – Eskifell

Etappe 1

Höfn/Campingplatz

Aufstehen 6:00, habe gut geschlafen aber: Das Wetter ist unverändert; Nebel und Niesel. Bis zur Bushaltestelle ist es nicht weit; einfach gegenüber vom Campingplatz an der Tankstelle. Der Bus ist bereits hier (Höfn ist der Ausgangspunkt) so voll, wie ich es in Island noch nie erlebt habe. So gerade eben bekomme ich noch einen Sitzplatz. Abfahrt um 8:00, gut 15 Minuten später ist Stafafell erreicht. Ich steige aus und bereite mich final für die Tour vor: Gamaschen anziehen, Stöcke herausholen und ein Startfoto machen. Wetter und Umgebung sind alles andere als Bilderbuchisland – für den Auftakt hatte ich mir zumindest schöneres Wetter gewünscht. Aber so ist es „Normal-Island“ mit „Etwas-unter-normal“-Wetter.
Aufbruch um 8:40. Ich muss leider erst noch ein Stück längs der 1 zurück gehen – direkt hinter der Brücke war ein Stopp für den Bus nicht möglich. Kurz vor der Brücke über die Jökulsá í Lóní biege ich auf einen Schotterweg längs des Gletscherflusses ab. Nur schemenhaft sind in Wolken und Nebel die Hügel und Berge zu erkennen. Auch das andere Ufer des hier sehr breiten Gletscherflusses verschwindet im Niesel und Nebel. Vorbei an einigen Sommer­häuschen.

Bald ist das Ende des Schotter­­­wegs erreicht. Die Hügel, der Weg, alles ist von bräunlichem Schiefer(?)–Stückchen übersät. Der Weg steigt nun erstmals spürbar an. Ich habe ganz leichten Rückenwind, der Niesel daher nicht ganz so un­an­genehm. Ein starkes Rauschen ist plötzlich zu hören, aber nichts zu sehen. Ich lasse den Rucksack liegen und folge dem Geräusch. Tatsächlich, hier hat sich ein schöner Wasserfall versteckt. Ca. 15 Meter geht es in ein „Becken“ hinab. Der Fels hier hat einige höhlenartige Ein­buchtungen.

LónsöræfiBislang sind mir nur 2 oder 3 Autos längs der Schotterpiste entgegen gekommen, mittlerweile wäre der Weg nur noch für 4×4-Fahrzeuge nutzbar – aber auch von denen werde ich heute keines sehen. Dann erstmals Begegnung mit einem Wanderer! (anscheinend Engländer). Er berichtet mir von einem Fluss direkt vor der Fußgängerbrücke über die Jökulsá. Dieser sei so tief gewesen und hatte gestern eine so starke Strömung, dass er umkehren musste. Das klingt ja nicht gut. Ich bin etwas beunruhigt, mit einer Fluss­querung – evtl. einer schwierigen – habe ich für heute überhaupt nicht gerechnet. Ich gehe weiter, kurz danach treffe ich 2 Franzosen. Sie berichten ebenfalls von diesem Fluss. Das Wasser ging ihnen bis gut zu den Knien – aber es war gut machbar. Sie haben es heute und vor 3 Tagen geschafft, außerdem sei ein Teil des folgenden Weges vom Wasser weggeschwemmt. Der Weg führe nun durch ein Wäld­chen. Da bin ich mal gespannt.

Tatsächlich, der Weg (eigentlich noch immer ein Fahrweg) endet im Fluss. Kurz vorher ist mit ganz neuen Pflöcken ein Weg durch ein Birkenwäldchen gekennzeichnet. Hier könnte man sich sogar verlaufen! Und Aufstehen würde nicht helfen! Kurze Pause und dann über Schotter und trockene Flussbetten weiter, nachdem ich den Wald verlassen habe. Der Flusslauf der Jökulsá wird jetzt etwas schmaler. Die Brückenpfeiler sind bereits auszumachen.

lost in a forest

lost in a forest

Von einem Fluss, der in die Jökulsá mündet und zu furten wäre, ist nichts zu sehen. Ich hoffe bereits, dass ich doch ohne Furten heute auskomme. Vielleicht sind die anderen Wanderer einen so obskuren Weg gegangen, dass sie irgendwie an einen Fluss gelangten. Wobei, die Wegführung gibt eigentlich nicht viel Spielraum: Links (in Gehrichtung) die Jökulsá und rechts die teils recht steilen Hänge des Austurskógar Richtung Stigafjöll.

Kurz darauf, dann doch: Ich bin an einem namenlosen Fluss, der aus einem der Seitentäler strömt. Weiter flussaufwärts eher schmal (ca. 5 Meter), dafür aber mit sehr starker Strömung. Ich gehe flussabwärts fast bis zur Mündung in die Jökulsá. Schuhe aus und Watschuhe an! Der Niesel hat mittlerweile ganz aufgehört, Feuchtigkeit gibt’s nur noch von unten, dafür aber ganz viel und ganz kalt. Zunächst eine Test-Furtung ohne Rucksack: Erst eine Stelle ganz nah an der Mündung. Sehr weite Stelle, und nach ein paar Metern wird es schon recht tief. Noch ein Versuch! 100 Meter flussaufwärts. Ich gehe fast bis zur Mitte des Flusses. Macht einen guten Eindruck. Daher zurück und den Rucksack gesattelt. Schritt für Schritt vorwärts. Die Stöcke vibrieren, allein wegen der Strömung. Konzentration ist dabei unbedingt notwendig… Bis gut über die Knie geht das Wasser, die Temperatur ist noch auszuhalten. Ca. 30 – 40 Meter ist diese Stelle breit. Geschafft!! Ja! Die Füße fühlen sich wie erfroren an.

Weiter geht‘s, nun kommt nochmal ein Birken­wäldchen. Ganz nah an der Uferböschung führt der abschüssige Weg teilweise entlang. Unten fließt die Jökulsá. Das hier ist fast an­strengender – und vor allem gefährlicher – als das Furten. Daher gehe ich lieber einen unwegsamen Abschnitt durch den Wald als am Abhang entlang.

Lónsöræfi Schließlich ist die Brücke – eine Hänge­brücke – erreicht. Nochmal kurze Pause, dann rüber. Ohne diese Brücke wär’s (zumindest für mich) vollkommen ausgeschlossen, hinüber zu gelangen. Und ob sich ein halbwegs gangbarer Weg rechts des Flusses finden würde … sieht eher nicht so aus. Ab nun ist bereits Zeltplatzsuche angesagt. Etwas südlich der Brücke nahe Eskifell finde ich einen guten Platz mit guter Aus­sicht auf die Berge längs der Jökulsá (wenn die denn zu sehen wären).

Später mache ich noch einen kleinen Rundgang längs der „Steilküste“. Dieser Bereich ist von der umfließenden Jökulsá í Lóní westlich, nördlich und östlich abgeschnitten, so dass sich fast eine Insellage ergibt Schöne Aussicht auf den Fluss mit unzähligen Flussarmen. Die Sicht ist besser, in der Ferne sogar das Meer zu er­ahnen.

Ich gehe bis zum Gehöft (verlassener Hof) von Eskifell. Viel ist davon nicht übrig. Später im Zelt nur noch Essen und Ausruhen. Mit knapp 15 km Strecke und 7 Stunden Gehzeit (mit Pausen) war das ein guter Auftakt. Morgen erwartet mich nochmals eine eher kurze Strecke, aber mit einigen Auf- und Abstiegen.

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Ruine bei Eskifell

 

Und – was ich noch nicht ahnen konnte – an diesem Tag wurden bereits 2 “Rekorde” dieser Tour aufgestellt:

  • Die relativ schwierigste Furtung – eigentlich auch die einzige, die ich als schwierig bezeichnen möchte.
  • 3 Wanderern bin ich begegnet! So viele Personen werde ich in den folgenden gut 2 Wochen an keinem einzigen Tag mehr treffen… (ausgenommen die Wardens an den Hütten und einigen motorisierten Leutchen an den selbigen)

 

 Eskifell – Múlaskáli

Etappe 2

Eskifell

Das Wetter ist einigermaßen geblieben: Bewölkt, Sicht ist aber ganz ok und kein Regen. Aufbruch um 9:30, es ist weiterhin bewölkt, aber trocken. Und so wird es die nächsten Stunden auch bleiben. Ab auf den Weg, der mit gelben Pflöcken gut mar­kiert ist. Lange habe ich zurückblickend die Brücke und die mäandernde Jökulsá im Blick.

Im Tal zwischen Hellisskógsheiði und dem Kambar-Gebiet wird daraus ein schnell fließender Gebirgs­fluss. Aufwärts, dann etwas nach Richtung West. Verpasse einmal kurz den Weg, und bin schon fast Richtung Ásavatn unterwegs, bevor ich meine Fehler erkenne und korrigiere. Über Gras, durch kleinere Birken­wäldchen. Schließlich ein Schild, das mich zwischen Kambar und der F980 wählen lässt. Auf die Piste habe ich nun wirklich keine Lust, also ist Kambar richtig. Es geht von der Jökulsá weg, der Weg ist manchmal schotterig und besteht aus einem stän­digen bergauf- und bergab. Gelange so nach Kambagil; ein Nebental, das schließlich in einem Talkessel mündet. Wieder mal steil bergauf.

Sobald eine Höhe erreicht ist, geht es auch schon wieder hinunter und hinauf. Meist auf losem Gestein, über schroffe unbewachsene Berghänge. Das ganze Gebiet ist sehr zerklüftet. Die unter­schied­lichen Grau- und Brauntöne kommen bei der Bewölkung leider nicht so gut zur Gel­tung. An vielen Bergen sind die Aufschichtungen und die verschiedenen Gesteins­for­ma­tionen zu sehen.

Pause in einem langen, schmalen Tal. Der Fluss hat dieses mit einigen kleinen Wasser­fällen überwunden. Und noch ein Anstieg in Serpentinen auf Schotter. Schließlich setzt doch wieder Niesel ein, dann leichter Regen. Die F980 ist erreicht – ganz kann ich dem doch nicht entgehen. Noch 2 km Luftlinie bis Múlaskáli. Ein Jeep kommt mir entgegen. Anderen Leuten begegne ich unterwegs heute überhaupt nicht. Nur ein kurzes Stück längs der Bergstraße, die schon bald endet. Von einer Anhöhe ist die Hütte be­reits zu sehen.

Zunächst geht es aber sehr steil bergab. Der längste Abstieg dieses Tages. Insgesamt gewinne ich an diesem Tag praktisch überhaupt keine Höhe – obwohl es sehr oft bergauf ging (fast genauso viel aber auch bergab) Die Schluchten sehen hier schon ziemlich dramatisch aus. Unten sehe ich 5 andere Personen – an­scheinend ohne größeres Gepäck – die auch auf dem Weg zur Hütte sind. Wirklich be­geg­nen werde ich ihnen aber nicht, da sie ca. 10 Minuten vor mir sind. Bergab und dann noch ein Stück längs der Jökulsá í Lóní, die ich noch queren muss. Auch hier soll es eine Brücke geben.

Endlich kommt diese in Sicht. Steil bergab – dieser Abschnitt ist sogar mit einem Seil gesichert. Als ich gegen 17:00 an der Hütte Múlaskáli ankomme sind aus den 2 km Luftlinie min­des­tens 4 km Strecke geworden

Die Wärterin kommt heraus. Nur ein kurzes Gespräch – das Wetter war zuletzt eher mäßig. Sie beziffert es mit 1.5 Tagen guten Wetters im letzten Monat! Wenn man die Tage mit gutem Wetter schon mit Nachkommastellen angibt, muss das wohl wirklich etwas ziemlich Seltenes sein… Das passt aber zu meinen Erfahrungen, seitdem ich auf Island bin. Ich hatte bisher 0.1341 Tage mit gutem Wetter (ich will ja genau sein!).

Ich bin der einzige “normale” Gast. Die anderen Personen, die ich gesehen habe, sind wohl in einer der anderen Hütten untergebracht. Wie ich später erfahren werde, sind dies keine Wanderer oder Touris, sondern Volontäre, die sich für Kost & Logis um die Ausbesserung der Wege und Infrastruktur kümmern. Ok, “Infrastruktur” ist wohl etwas hoch gegriffen… ich sag‘ mal Wege und Gedöns.

Also freie Auswahl für mein Zelt. In guter Entfernung zur Hütte baue ich es auf – da hier noch ein kleines Birkenwäldchen Schutz gibt. Bin gerade beim Aufbauen da fängt es wieder an, richtig stark zu regnen. Komme noch einiger­maßen trocken ins Zelt; kann (und will) jetzt aber draußen nichts mehr machen.

Die Etappe war heute etwas kürzer (Strecke) als gestern, hat aber länger gedauert. Bin soweit aber eigentlich zufrieden. Gutes Vorankommen, die Gegend ist eigentlich auch schön. Eigentlich, aber „uneigentlich“ geht mir das Wetter mit der fast ständigen Bewölkung & Niesel doch schon ziemlich auf den Nerv. Insgesamt mein 6. Tag auf Island und – wie schon zuvor erwähnt – erst 0.1341 Tage mit gutem Wetter (und die vor allem nachts).

 

 Múlaskáli – Fremstavatn

Etappe 3

Múlaskáli

Der Tag beginnt ähnlich wie gestern. Es regnet nicht, jedoch Bewölkung. Kein Handyempfang, nicht überraschend, da ich tief unten im Tal bin. Aufbruch 9:30, nachdem ich noch mit der Hüttenwärterin gesprochen habe. Erst noch ein Stück holprig an der Jökulsá í Lóní entlang. Der Weg ist gut markiert und führt zu einem Wasser­fall der sich über eine steile Klippe stürzt.

wp_bd_Island2014_07_01_0245Scheinbar geht es hier auch hinauf (man beachte scheinbar …). Dann eine sehr tief hängende Kette, die über den „Weg“ gelegt ist. Bedeutung? Sollte eigentlich klar sein, ich kraxele den steilen Abhang dennoch höher, links geht es sehr steil hinunter. Etwas ungemütlich. Schließlich geht es praktisch unmöglich weiter. Dies kann nicht der Weg sein. Komme mühsam wieder hinunter auf sicheren Grund. Die Kette diente wohl der Warnung und Absperrung (ach nee …).

Laut GPS-Track führt der Weg aber auch noch nach dem Wasserfall längs des Flusses. Dies ist aber nun vollkommen unmöglich. Wahrscheinlich hat die Jökulsá einen Teil des Weges weggerissen und der neue Weg ist noch nicht sichtbar eingegangen. Prinzipiell muss ich aber den Hügel hier hinauf. Aber es geht ziemlich steil über Schotter bergauf. Nicht gefährlich, aber sehr an­stren­gend. 2 Schritte bergauf und 1.5 Schritte rutsche ich abwärts. Es dauert gefühlt eine Stunde bis ich in etwas ebeneres Ge­lände gelange – und dort ist auch schon der vermisste markierte Weg.

Was lernt man daraus:

  • Trau’ nie einem GPS-Track, den du nicht selber gehender Weise erstellt hast (und selbst dem nicht unbedingt)
  • Eine Kette im Weg ist nicht immer nur so zum Spaß da – manchmal aber schon

Das Wetter hat sich verbessert! Wolken, mal etwas Sonne ist erstmals auch dabei. Kurze Pause mit tollem Blick ins Tal. Es geht danach noch immer bergauf, wenn­gleich viel einfacher. Erstmals sind auch Schneefelder ganz nah. Dann eine längere „offizielle“ Pause mit Blick auf die Hanggletschers des Vatnajökull.

Zudem interessantes Basalt-Gestein – ganz regelmäßig angeordnet. Ich bin auf einer Hochebene an­ge­kommen, der markierte Weg führt nun zur Hütte Egilssel – direkt am Kollumulavatn gelegen.

wp_bd_Island2014_07_06_0274 Es ist aber erst kurz vor 14:00, also viel zu früh für das Ende der Etappe. Ich verlasse den markierten Weg und gehe weglos vor See und Hütte nach Nord-West in ein weites U-Tal. Das Wetter ist weiterhin gut – entspannte Pause an einer wind­geschützten Stelle in Gras. Zwar gibt es keine Markierung mehr; die grund­sätzliche Richtung ist aber klar und große Auf- und Abstiege sind hier nicht zu erwarten. Mehr und mehr Schnee­felder, dazu etwas Sonne. Dies genügt, dass am späten Nachmittag erstmals die Sonnenbrille zum Einsatz kommt.

Vorbei an kleinen Bächen, interessanten Gesteinsformationen, dabei die Gletscher­zunge und eine ent­fern­te enge Schlucht im Blick. Leicht ansteigend ist der Weg weiterhin. Markierungen sind hier und auch im weiteren Verlauf nicht zu sehen. Aufgrund des teils steinigen, teils sehr weichen Bodens und der Schneefelder gibt es auch nur sehr vereinzelt Fußspuren oder an­satz­weise Spuren eines Weges.

Schon 18:00 durch, ich höre ein recht intensives Rauschen seit einiger Zeit. Die Ur­sache ist natürlich ein Wasserfall, wie sich zeigt. Dabei zeigt sich zunächst nur ein Wasser­fall, der eine kleinere Abbruchkante über­brückt. Erst als ich näher he­ran­gehe, sehe ich, dass der Fluss danach über einen weiteren, größeren Wasserfall in eine sehr enge Schlucht fließt. Und ein weiterer Wasserfall kommt von der anderen Seite unter ei­nem Schneefeld hervor und hat dieselbe Schlucht als Ziel. Viele Fotos, ein erstes Highlight der Tour. Dies alles noch bei gutem, sonnigem Wetter.

Weiter in Sichtweite des „wasserfallenden“ Flusses leicht bergauf. Es geht nun schon Richtung Fremstavatn, zu dem wohl auch der Fluss führt. Direkt am Ausfluss am See ist eine Furt angegeben. Ich könnte also auch schon hier versuchen, den Fluss zu queren. Aber: Der Fluss teilt sich hier in 2 Arme, eventuell doppelter Aufwand. Starke Strömung und vor allem: Ich würde kaum zum Fluss­ufer kommen, dies ist von ca. 2 Meter hohen Schneewällen begrenzt. Alternativ könnte ich es über eine Schneebrücke versuchen. Ist mir aber etwas unsicher. Objektiv gesehen sollten die dick und fest genug sein, aber so unbedingt möchte ich dies nicht testen.

Weiter über Schnee bis zum Fremstavatn. Da stehe ich nun an der geplanten Furt. Strömung weniger stark als zuvor, aber immer noch ganz gut. Außerdem sehr, sehr kalt. Ein Vortasten mit den Stöcken in Ufernähe zeigt, dass es direkt mindestens knietief ist – die Flussmitte kann dann Hüfttiefe oder mehr haben. Das lasse ich jetzt besser sein. Am nächsten Morgen wird’s bestimmt nicht schwieriger. Alternativ muss ich den See am Ufer entlang umgehen. „Ufer“ ist dabei etwas vage: Weite Teile des Sees sind schneebedeckt und zudem schon im Nebel. Egal, für heute war’s das. Ist auch schon ungefähr 20:00.

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Fremstavatn – ja, das ist ein See

Bis ich mein Zelt aufgebaut habe vergeht fast eine Stunde. Der Untergrund ist einerseits weich, andererseits sehr steinig und ich muss mir erst etwas Platz für das Zelt schaffen. Dann noch mehrere Steine zum Abspannen heran schleppen. Später stelle ich noch einen dicken Riss am Hinterteil meiner Hose fest. Eine Flick- und Nähsession beschließt somit den Tag, der bislang interessanteste Tag! Endlich auch mal etwas gutes Wetter dabei, wenngleich es in den letzten Stunden wieder arg zugezogen hat und neblig ist.

 

 Fremstavatn – Eyjabakkar

Etappe 4

Fremstavatn

Aufstehen diesmal um 7:15 und gut geschlafen. Draußen weiterhin wenig Sicht. 8:30, packe zusammen und stelle fest, dass ich wohl „in einer Wolke“ bin: Leichter ständiger Niesel und wenig Sicht. Aufbruch 9:20, hab‘ schon das gesamte Regenzeug angelegt.

Ich werde die Seen – zumindest den Fremstavatn – nördlich umlaufen. Die Ausmündung des Fremstavatn – die Vesturdalsá – habe ich mir gar nicht mehr extra an­ge­schaut. Auf diese sehr kalte (und wahrscheinlich auch tiefe) Furt am frühen Morgen habe ich einfach überhaupt keine Lust. Orientierung praktisch nur mit GPS, immer 200-300 Meter weiter. Wo Seen und Flüsse sind, ist nur schwer zu erkennen. Alle Gewässer sind zumindest teil­weise schneebedeckt.

Nun folgt (in einer Kette von 4 Seen) der Miðvatn. Den Zufluss zwischen Miðvatn und Fremstavatn zu queren, erscheint mir zu heikel. Zum Fluss käme ich kaum hin – alles mal wieder von 2-3 Meter hohen Schneewällen getrennt. Die Schneebrücken andererseits er­scheinen mir trotz­dem zu unsicher – viele Abbruchstellen mit hinunter gesackten Schnee­blöcken zeigen dies. Also weiter zum Innstavatn. Wobei – wirklich gesehen haben ich diesen See nicht. Alles eine einzige neblige Suppe. Hier gelingt es mir aber, nach Westen zwischen Innstavatn und Miðvatn zu queren. Zwar ist unter dem Schneefeld ein Fluss – dieser aber nicht so stark strömend wie die anderen zuvor und die Schneebrücke darüber schaut sehr robust aus (ist sie auch).

Nun bin ich wieder auf Kurs! Ohne dass eine Furtung notwendig war! Das Bild hat sich dadurch aber leider noch immer nicht geändert. Grau, neblig, Niesel, Schnee­felder. Die dunklen Stellen können Seen, Flüsse oder (meistens) Steininseln sein. Ganz gedämpft und diesig ist kurz die Sonne wahrnehmbar. Noch immer Orientierung nur per GPS. Es geht meist über Schneefelder, diese sind auch ohne Sonne unangenehm für die Augen, so dass ich nun bei Niesel und Nebel mit Sonnen­brille unterwegs bin. Sieht wahrscheinlich ziemlich strange aus: da geht einer bei schlechter Sicht im Nebel und setzt sich noch eine abdunkelnde Brille auf. Ist aber deutlich angenehmer.

Den Kelduárvatn habe ich passiert (auch nicht gesehen), es ist schon 12:30 durch. Plötzlich ein ganz schneller Wetterwechsel. Nebel und Wolken brechen auf, die Sicht wird viel besser und vor mir kommt plötzlich ein Berg zum Vorschein; der Snæfell! Der Gipfel noch wolken­be­deckt, aber auch dies wird sich schnell noch weiter verbessern. Direkt einige Fotos, womöglich ist das gute Wetter nur von kurzer Dauer. Ich bin teils überrascht, dass ich schon in Nähe des Snæfell bin. Ein Blick auf die Karte zeigt aber, dass dies unbedingt der Snæfell ist.

Ich befinde mich in einem weiten U-Tal. Der Weg ist nun auch ohne GPS zu finden. Einfach Richtung Snæfell.

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Geldingafellsskáli

Erst kommt aber die Hütte Geldingafellsskáli. Wie von der Wärterin in Múlaskáli angekündigt ist sie verschlossen. Nur das Klo ist „geöffnet“. Hier mache ich meine aus­führ­liche Mittagspause. Nach den Problemen heute früh bin ich nun wieder genau im Plan. Der folgende Abschnitt ist weiterhin weglos und un­markiert, besteht aber größtenteils aus weichem Tundraboden, hin und wieder mal ein Schneefeld.

Kurz hinter der Hütte wartet noch eine Flussquerung: Sieht nicht tief aus, dafür aber mit beachtlicher Strömung. Daher behalte ich besser die Schuhe an und versuche die holländische Methode (mit Gamaschen und Regenhose). Nur ein kurzes Stück (ca. 6-7 Meter) ist der Fluss breit, aber auch mit Schuhen nicht ganz einfach. Geschafft! Ist doch ganz schön nass geworden. Socken aus­wringen, Schuhe ebenfalls.

Mit ziemlich nassen Schuhen geht’s weiter. Erst ein Stück in westlicher Richtung, dann kommt das Gebiet der Eyjabakkar in Sicht. Hier strömen etliche Flüsse aus dem Eyjabakkajökull heraus und bilden eine Flusslandschaft, die den direkten Weg zum Snæfell unmöglich macht. (Über den Glet­scher würde es gehen. Von einem der Ranger erfahre ich später – muss wohl am Snæfell oder Askja gewesen sein – dass dies einfach sei. Wahrscheinlich “isländisches Bergwacht einfach”. Ok, solo mache ich aber prinzipiell keine Gletschertouren. Außerdem müsste ich dann 2 Wochen die Steigeisen durch die Gegend tragen, um ein paar Stunden darauf unterwegs zu sein.)

wp_bd_Island2014_08_07_0392Der weitere Weg dann längs der Eyjabakkar gegenüber Snæfell nach Norden. Eine ganz andere Land­schaft als heute früh, obwohl doch fast auf der gleicher Höhe (nun ca. 700 Meter statt vor­her ca. 850 Meter). Hier ist sehr vieles grün, moosbewachsen. Kurz vor 18:00, ich will nun langsam für heute zu Ende kommen. Noch ein Fluss – für den ich leider in die Wat­schuhe wechseln muss. Der Wind hat etwas zugenommen und kommt aus südlicher Rich­tung. Camp-Suche; eben, nicht nass, am Wasser und nicht windig sollte es sein (ja, so viele Wünsche auf einmal!). Ich gehe und gehe und finde nichts. Schließlich eine Stelle mit Blick auf den Snæfell, die ok sein sollte – bis auf den Wind. Zeltaufbau, bis alles soweit ist, ist es auch schon 19:20. Das Wetter hat sich aber seit Mittags gehalten; sonnig(!), ein paar Wolken und dazu der Wind.

Im Zelt überprüfe ich meine gestern geflickte Hose und stelle fest, dass schon wieder ein Teil der Hose eingerissen ist – hab‘ ich unterwegs gar nicht bemerkt. Nähe (bzw. ver­suche es) einen größeren Flicken darüber. Das dauert gefühlte Ewigkeiten.

Kurz vor 22:00, noch ein ganz kurzer Rundgang. Dramatische Wolken um den Snæfell – sieht wirklich gut aus. Aber kühl wird es. Ins Zelt – der Wind stört nun doch gewaltig. Das Zelt ist ziemlich laut und wackelt. Allerding ist das noch ganz normal, mein Hilleberg hat schon deutlich stärkeren Wind ausgehalten. Trotzdem, der Wind und das Geraschel sind so laut, dass ich nur mit Ohrstöpseln schlafen kann. Die waren eigentlich für lärmige Campingplätze gedacht.

 

 Eyjabakkar – Snæfell (NO-Seite)

Etappe 5

Eyjabakkar

Aufstehen heute um kurz nach sieben, schlecht geschlafen. Erst war der Wind wie erwartet sehr laut, aber auch als dies nachließ konnte ich kaum schlafen. Jetzt (ca. 8:00) scheint die Sonne aufs Zelt und es weht ein wenig Wind. Kurz raus, ein Superwetter! Trödel etwas beim Einpacken, schon fast 9:00. Hoffentlich hält heute mal die Hose! Aufbruch erst um 9:40, das gute Wetter hat etwas träge gemacht. Heute erstmals mit Sonnencreme!

wp_bd_Island2014_09_01_0406Über weite Strecken nun das gleiche Bild wie gestern: Linker Hand der Snæfell und vor mir eine Trundralandschaft, die immer grasiger wird. Allerdings gibt es kaum noch Flüsse mit gutem klarem Wasser. Alles hat hier offenbar einen hohen Eisenanteil. So sind alle Steine rost­braun, und an vielen Stellen sieht es so aus, als ob Öl in den Rinnsalen ist (ist zwar nicht so, sieht aber etwas unschön aus). Auch mein Wasser gestern zum Kochen war von dieser Qualität. Und so top fit fühle ich mich heute nicht…

Aber erst doch noch ein lockeres Voran­kommen, dann wird es etwas sumpfiger und ständig geht es über Wiesen, die eher Buckelpisten sind. Viele kleine Pausen, die Sonne scheint.

Gegen 12:00 schon meine Mit­tags­pause – diesmal Peronin (ja, dieses Astronautenpulver, eine Packung davon hab ich meist dabei, schmeckt wie Vanillepuddingpulver – ich find’s gut!) Bald ist der Ufsarlón zu sehen. Ab hier wird es eine ziem­liche Plackerei. Sonne ist auch nur noch sporadisch zu sehen, die ganze Gegend wirkt ir­gend­wie unfreundlich.

Nun zum Eyjabakkafoss. Der wirkt aber etwas künstlich und ist es wohl auch. Dass der Ufsarlón im Norden durch einen Staudamm be­grenzt wird, war mir klar. Aber nicht das, was nun folgt:

Gehe längs des Ufsarlón weiter bis plötzlich ein reißender, weiter Fluss vor mir ist. Auf der GPS-Karte und der M+M-Karte ist hier gar kein Fluss einge­tra­gen! Etwas mulmig wird mir. Aber dann…wp_bd_Island2014_11_00_chuck

Natürlich erinnere ich mich sofort der „1. Methode der Flussquerung“ gemäß Chuck Norris:  Austrinken und weiter. Das ist mir aber für heute viel zu einfach. Also entscheide ich mich für die “2. Methode der Flussquerung“. Ja, ich weiß, viele sagen “Mach’ es nicht!” “So was Verrücktes!” Doch! Ich wähle die 2. Methode: Ich gehe über die Brücke!! Wahnsinn!! Gerade will ich meinen Entschluss in die Tat umsetzen, da fällt mir ein ganz kleines Detail auf: Es gibt gar keine Brücke. Hm, soll mich das stören? Nein!! Naja, doch… Chuck verlässt nun den Bericht und ich stehe an der Chucká.

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Chucká

… wie weit muss ich flussaufwärts gehen, um hinüber zu kommen?! Zum Glück nur ein kurzes Stück, dann ist zu sehen, dass das Wasser aus einem künst­lichen Tunnel kommt. Oberhalb kann man ohne Probleme rüber. Der weitere Teil dieses „Flusses“ verläuft wohl unterirdisch. Unklar, von wo er gespeist wird. Vielleicht vom Kelduárlón?

Kleiner Hinweis: Wer durch das Gelaber etwas verunsichert ist: Diesen „Fluss“ gibt es wirklich. Durchaus möglich ist aber, dass er zeitweise ausgeschaltet ist (klingt komisch, ist aber so) und ausserdem: Vatni getur wp_bd_Island2014_09_06_0430verið hleypt fyrirvaralaust í fareveginn! Wenn man aber keinen speziellen Grund hat, lohnt es nicht Richtung Eyjabakkafoss zu gehen und dadurch einen recht großen Umweg zu machen. Insgesamt waren das bei mir so 2-3 Kilometer.

Egal, es geht weiter, kurz darauf bin ich auf einer asphaltierten Straße. Immer­hin, es geht recht schnell voran. Die Unerfreulichkeit des Gebiets steigert sich damit aber noch. Ein paar wenige Autos kommen mir entgegen (insgesamt ca. 5-6 in einer Stunde). Einen Menschen, der irgendwo aussteigt sehe ich nicht.

Der Leser mag sich wundern, dass schon seit längerem kein einziger Mensch mehr erwähnt wird. Nun, seit Múlaskáli (die Wärterin) habe ich niemanden mehr gesehen, geschweige denn getroffen. So wird es auch auf dieser 5. Etappe bleiben (abgesehen von ganz wenigen Gestalten im Auto).

Um den Ufsarlón herum. Dann verlasse ich die Straße und gehe auf möglichst direktem Wege Richtung Snæfell/Sandfell. Mein vorgenommenes Tagesziel rückt näher, das Wetter auch wieder angenehm. Noch ein kleiner Gebirgsbach, der zu queren ist. Wieder die „holländische Methode“ – diesmal bleibt tatsächlich alles trocken. Finde heute einen viel besseren Zelt­platz als gestern. Eben, guter Boden, etwas Windschutz, Wasser, und eine tolle Sicht auf die Ost-Seite des Snæfell.

Ankunft ca. 17:30, um kurz vor 18:00 ist auch schon alles auf­gebaut und einzugsbereit. Es folgt Ausruhen (mit Kaffee) und Essen. Danach noch ein kleiner Rundgang ohne Rucksack. Wie leicht es dann ist, ein paar Höhenmeter zu machen! Überlege noch, ob und wann und von wo ich morgen auf den Snæfell hoch kraxeln kann. Wenn das Wetter wie heute bleibt müsste ich eine tolle Aussicht von dort oben haben!

 

 Snæfell (NO-Seite) – Snæfellsskáli

Etappe 6

Snæfell (Nord-Ost-Seite)

Erstes Aufwachen schon um 6:15, es regnet! Verschiebe das Aufstehen und (halb-)schlafe noch eine Stunde. Es regnet weiterhin, die Sicht ist aber noch ok. Es hat wohl schon die ganze Nacht geregnet. Der Plan, auf den Snæfell zu gehen, ist damit wohl beendet. Der Regen lässt im Folgenden aber nach.

Beim zusammenpacken fällt mir auf, dass sich unter dem Zelt ein kleiner Bach gebildet hat. Egal, innen ist alles trocken geblieben. Kein Regen mehr als ich schließlich aufbreche. Vielleicht wird’s doch etwas mit dem Snæfell, wenngleich der aber größtenteils noch wolkenbedeckt ist.

Es geht aber erst mal hinauf zum Pass Vatnsdalur auf gut über 900 Meter. Aufstieg mäßig steil. Schöner Ausblick auf die Eyjabakkar. Auf der weit gestreckten Passhöhe ein kleiner schnee­bedeckter See. Sehr matschig ist es hier, überall tauen die Schneefelder. Den Snæfell will ich aber nun doch versuchen- Ich hoffe, dass das Wetter – wie in den beiden Tagen zuvor – gegen Mittag deutlich besser wird.

Es ist erst kurz vor 11:00, langsam vom Pass hinunter steigen und einen guten Platz für ein „Zwischencamp“ suchen. Zwischencamp, da ich natürlich nicht mit dem ganzen Gepäck hinauf will. Andererseits brauche ich den Rucksack, um etwas Regenzeug, Essen usw. mitzunehmen.

In meiner geplanten Auf­stiegs­richtung ist noch alles in Wolken und Nebel verhangen. Steige also weitere ca. 100 Meter vom Pass hinab und baue dann das Zelt auf. Beim Abstieg schon erste Blicke auf die Landschaft westlich des Snæfell. Größtenteils dort blauer Himmel und Gebirgsketten in der Ferne. Mache mich bereit, hinter­lege auch noch eine Notiz (ein leeres Zelt könnte ansonsten alle möglichen Spekulationen auslösen – aber wer soll eigentlich vorbeikommen?)

Dann nach GPS wieder hinauf. Mit dem fast leeren Ruck­sack geht das ziemlich schnell. Nur das Wetter spielt nicht mit. Um 12:00 gestartet, ist schon ca. 40 Minuten später auf knapp 1100 Metern Schluss. Die Sicht hat sich eher noch verschlechtert. Sogar unterhalb von mir sind nun Wolken und Nebel eingezogen.

wp_bd_Island2014_10_06_0474Die ganze Strecke nach oben zu gehen, nur um „da“ zu sein, ist mir zu sinnlos und anstrengend. Ich warte noch ¼ Stündchen auf eine Wetter­änderung. Da aber nichts passiert breche ich die ganze Sache ab und gehe zu meinem Zwischencamp zurück..

Zurück am Zelt, will mich eigentlich nur kurz ausruhen, da fängt es schon wieder an zu regnen. Wenigstens das will ich noch abwarten. Es geht schon auf 14:00 zu, da will ich aufbrechen. Plötzlich höre ich draußen jemanden, ein „Hallo“ oder so. Ich mache das Zelt auf, vor mir steht eine Frau und fragt wer ich bin und was ich hier mache. Schnell zeigt sich, dass dies die Wärterin der Snæfellsskáli ist; Steinunn. Ich erkläre kurz meinen gescheiterten Plan. Sie nimmt dann sogar Schlafsack und Isomatte in ihrem Jeep bis zur Hütte mit. Superservice!

Der Notizzettel war also ganz sinnvoll. Wer weiß, was passiert wäre, wenn sie ein verlassenes Zelt ohne den Zettel vorgefunden hätte.

Mit leichtem Rucksack dann noch gut 6 km (Luftlinie) bis zur Hütte Snæfellsskáli. Relativ eben, aber mit sehr starkem Gegen­wind. Der Berg immer noch in Wolken, obwohl ansonsten die Sonne sich nun deutlich durch­gesetzt hat.

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Snæfellsskáli

Kurz vor 17:00 treffe ich an der Hütte ein. Auch ein anderer Wanderer (Amerikaner? Schotte?), der wie ein „junger Waldschrat“ aussieht, ist dort (das ist der 4. Wanderer auf der Tour, dem ich begegne). Er ist gerade auf dem markierten Weg auf den Snæfell hoch- und runter gegangen. Oben war aber alles in Wolken.
“Waldschrat” nicht abwertend verstehen, so muss ein richtiger Wanderer aussehen. Am Ende der Tour wird diese Beschreibung auch auf mich zutreffen…

Danach Zeltaufbau (erst bei starkem Wind, zum Abend lässt dieser fast ganz nach) und sogar eine Dusche. Tut echt gut! Das Wetter wird immer besser. Der Berg ist nun frei, wie unfair! Hätte ich das gewusst, wäre ich früh morgens direkt zur Hütte gegangen und nach­mittags dann hoch. Naja, hätte…

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Da ist es! Das ever ever ever Paket!

Viel passiert hier nicht mehr. Unterhalte mich mit Milla (auch Wärterin hier) über meine Route der nächsten Tage. Vielleicht schaffe ich es bis Askja sogar in 4 Tagen, mal sehen. Dort hat’s wohl einen gewaltigen Erdrutsch gegeben… Und! Mein Paket (das teuerste Paket ever ever ever!) ist wohlbehalten angekommen. Mit Essen für 2 Reservetage (ungenutzt) und der neuen Lieferung werde ich mit Essen für 9 Tage weiter gehen. Fast etwas zu viel. Aber dadurch ist die „lange Variante“ der Wanderung bis Reykjahlíð nun wirklich realistisch.
Eine morgige Besteigung des Snæfell wäre zwar auch eine Option, aber mir ist die Möglichkeit bis zum Mývatn zu gehen (ohne dabei groß zu hetzen) wichtiger.

Intro Teil 2