Lónsöræfi – Mývatn

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Der Plan
Lónsöræfi

Lónsöræfi – Mývatn via Snæfell und Askja

Mal wieder steht im Sommer Island an… Immerhin schon zum neunten Mal werde ich zur Insel im Nordwesten des Atlantiks aufbrechen. Nach einer Hochlandquerung und einer längeren Hornstandir-Tour in den Vorjahren habe ich mir als grobes Ziel „etwas im Osten, aber wieder Hochland“ ausgesucht. Gut, das ist eine sehr grobe Planung. Bald war dann der Lónsöræfi-Trekk mit Ziel am Snæfell gefunden. Eine „natürliche“ Verlängerung dieser bis dorthin recht kurzen Tour ist die Fortsetzung bis zur Askja. Auch wenn ich diese Gegend bereits von meiner 2011’er Reise auf dem Öskjuvegur kenne, ist dies eher ein Grund dort nochmals unterwegs zu sein. Und wenn ich schon bei der Askja bin kann ich doch eigentlich direkt bis zum Mývatn durchgehen – da spare ich mir auch die recht teure Busfahrt zum Mývatn.

Also steht der PlanLónsöræfi - Mývatn: Lónsöræfi – Snæfell – Askja – Mývatn, dann kann’s ja los gehen. Leider nicht so ganz. Es stellt sich die Frage nach eventuellen Essensdepots – diesmal umso mehr, da ich den Monaten vorher krank werde, und nicht so ganz sicher bin, wie fit ich überhaupt zu Tourbeginn sein werde. Daher eine sehr „konservative“ Planung mit Reservetagen und sogar 2 Essensdepots. Dies macht mir einiges an Kopfzerbrechen. Zur Askja kann ich einfach und preiswert etwas vorschicken, aber ich brauche noch ein weiteres Depot. Reguläre Busverbindungen im östlichen Hochland gibt’s nicht… Nach einigem Suchen finde ich einen Tour-Anbieter, der nicht nur Touristen verschickt, sondern auch Päckchen von beliebiger Größe. Leider zu Preisen wie für die Touri-Beförderung. Wieviel genau, möge der Interessierte weiter unten nachlesen. Egal, ein Päckchen geht zur Snæfellskáli und die Planung steht!

Und gemäß dem Motto – nicht von mir stammend aber mit deutlichem Island-Bezug – startet’s mit

it takes courage to enjoy it

 

Auftakt

Düsseldorf

Vorgestern ist Deutschland Weltmeister geworden! Da kann ich jetzt ja beruhigt nach Island aufbrechen. Zum Glück habe ich einen Flug, der nicht mitten in der Nacht in Keflavík ankommt, sondern lande dort bereits gegen 17:00. Weiter nach Reykjavík. In der Bergstaðastræti habe ich für die ersten 2 Nächte eine Unterkunft. Das Wetter ist eher durchwachsen; kühl und Niesel. Abends noch kurz auf den Turm der Hallgrímskirche hoch mit dem schon bekannten Blick über die Stadt, Richtung Esja und die Faxaflói.

Reykjavík

Gut geschlafen, das ist der große Vorteil einer normalen Ankunftszeit auf Island. Gehe ins Prikið – das „älteste Café der Stadt“ – am Laugavegur zum Frühstücken.

Das Wetter ist wie gestern; bewölkt aber kein Regen. Auf Reykjavíks Haupteinkaufsstraße ist jetzt (ca. 9:00) noch fast niemand unterwegs. Kaufe dann noch Gaskartuschen, Schokoriegel und ähnliches. Zum größten Teil habe ich das Essen (hauptsächlich Müsli und „Trekkingnahrung“) für die Tour bereits von zu Hause mitgebracht. Ja – so etwas gibt es auch in Reykjavík. Ich habe aber keinerlei Lust den ganzen Tag durch die Geschäfte zu tappen und Einkäufe zu tätigen, die ich viel einfacher bereits zu Hause erledigen kann. Ich kauf’ ja auch das Zelt und die Wanderschuhe nicht erst hier…

Dann steht noch das Packen der beiden Essenspakete an, die ich nach Egilsstaðir (von dort weiter zur Snæfellsskáli) und nach Reykjahlíð (von dort zur Dreki Hütte) schicken werde. Am frühen Nachmittag bringe ich die Pakete zur Post in der Stadtmitte. Gut 3000 ISK macht das, aber kein Vergleich zu dem Preis für das Weiterschicken von Egilsstaðir zur Snæfellsskáli – psst! 150€

Später dann – wie fast immer – noch ein Besuch des Rathauses. Insbesondere will ich die geplante Tour auf der dortigen Reliefkarte von Island anschauen. Den Tag beschließe ich mit entspanntem Umherschlendern mit Pause im Café Haïti am Hafen und dann zum Harpa – Tónlistar- og ráðstefnuhúsið. Heute die letzte Nacht in einem Bett – aber bis es so richtig los geht, ist noch Zeit. Morgen fahre ich nur bis Skógar.

 Reykjavík

Aufstehen um 7:00. Noch final packen. Zum Frühstück gibt es heute nur einen Löffel Skyr und Orangensaft. Kurz vor 8:00 mir schwerem Rucksack per Bus via Mjódd nach Skógar. Das Wetter schaut nun minimal besser als gestern aus – meist aber doch bewölkt und regnerisch. Nun denn, für heute und morgen ist mir das ziemlich egal. Wenn ich im Bus sitze, nützt auch das beste Wetter nur wenig.

Der Bus ist nur spärlich besetzt – vieleicht 10% Aus­lastung. In Skógar angekommen folgt der Zeltaufbau. So voll wie erwartet ist es hier gar nicht – und wird es auch nachmittags und abends nicht werden. Natürlich, im Vergleich zu dem was ich ab übermorgen erleben werde sind hier – und noch mehr am nächsten Tag am Jökulsárlón – Menschenmassen unterwegs.

Zum Skógafoss – die Gischt treibt mir entgegen. Versuche hier und an der Abbruchkante eines der Standardfotos dieses Wasserfalls zu machen. Nach einem Besuch im Skógar Museum gehe ich nachmittags noch ein Stückcken längs der Skógá. Hier folgt ein Wasserfall auf den anderen, wirklich genial!

Vor 2 Jahren waren dies die letzten Meter meiner Island-Querung von Akureyri nach Skógar. Trotzdem ist mir die Skógá mit den vielen Wasserfällen praktisch neu. Damals hatte ich aufgrund von dichtem Nebel gar nichts davon mit bekommen. Heute ist das Wetter im Vergleich dazu richtig gut. Obwohl – weiterhin immer wieder Schauer und keine Sonne prägen den Tag.

Bereits hier sind nur wenige andere Leute unterwegs. Anscheinend gibt es eine – mir nicht sichtbare – Grenze, die sehr viele (fast alle) davon abhält, sich von der Straße zu entfernen. Klingt komisch, aber ein anderer Grund fällt mir nicht ein.

Es folgt die erste Nacht im Zelt – das gleichmäßige Rauschen des Skógafoss ist eine gute Einschlafhilfe.

Skógar

Heute Vormittag habe ich noch viel Zeit bis der Bus nach Höfn abfährt. Leider auch heute wieder Regen. Zeltabbau, kurz vor 11:00 geht’s nach Vík. Nach Vík í Mýrdal, also nimmt der Regen natürlich (!) wieder zu.

Reynisdrangar

Reynisdrangar im Regen

Das ist das 4. oder 5. Mal, dass ich in Vík vorbei komme. Mal war’s nur für ein paar Minuten, mal auch für 2 Tage. Das Wetter war hier immer schlecht – und so ist es auch heute. Von Reynisdrangar ist nur schemenhaft etwas zu erkennen, die habe ich noch nie „in schön“ gesehen. Unterhalte mich kurz mit einem Spanier in kurzen Hosen, der eigentlich per Fahrrad unterwegs ist – aufgrund des miesen Wetters heute per Bus.

Über Kirkjubæjarklaustur mit grau in grau und Regen, dann Skaftafell, schließlich zum Jökulsárlón, wo die Busfahrt eine längere Pause hat. Nur Regen, Wolken, fast nichts zu sehen.

Jökulsárlón

Jökulsárlón im Nieselregen

Direkt am Ausfluss der Gletscherlagune sind besonders viele Eisberge – und auch recht viele Autos und Touris. Dürften mehr als in den letzten Jahren sein, aber es geht noch. Ich gehe ein gutes Stück längs des Ufers. Vom Gletscher ist nur schemenhaft etwas zu sehen. Einige Eisberge auch in blau und schwarz (Asche).

Um 17:00 Weiterfahrt, weiter­­­­hin nichts zu sehen. So ein trüber Tag, hoffentlich wird das besser! Dann ist Höfn auch erreicht. Wie’s hier aussieht kann ich gar nicht sagen. Alles grau, der Regen hat aber für einen Moment gestoppt. Der Campingplatz und die Bushaltestelle sind direkt am Orts­ein­gang. Baue schnell mein Zelt auf – theoretisch mit Blick aufs Meer, prak­tisch mit Blick auf grau.

Später das letzte „richtige“ Essen vor der Tour, eine sehr große Pizza Peperoni. Der Regen wurde nun durch dichten Nebel ersetzt – Höfn bekommt anscheinend sowohl den Nebel vom Meer als auch von den Bergen. Der Camping­platz ist mittlerweile ganz schön voll geworden – vor allem Franzosen sind hier. Der vierte Tag geht zu Ende, bisher fast nur Regen, Niesel und Nebel. Egal – die Reise geht ja ohnehin erst morgen richtig los! Und zwar hier: Teil 1

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