Hornstrandir: Karte & Abschluss

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Hornstrandir, nach der Wanderung

… ein paar Impressionen aus Hesteyri. Und eine Karte für den schnellen Überblick.

Abschluss

Hesteyri, 7.8.

Aufwachen, es regnet. Diesmal nicht der sonst übliche fast lautlose Dauer-Niesel, sondern „echter“ Regen.

Heute passiert aber ohnehin fast nichts. Erst gegen 10:00 mache ich mich dann doch mal auf. Gehe zur alten Wal-Station etwas außerhalb des „Orts“ und begegne dabei auch dem Ehepaar aus Oregon wieder, das ich schon auf dem Campingplatz kennen gelernt habe.

An der Wal-Station. Verfallen, der hohe Schornstein steht, einzelne Ziegel sind aber herausgebrochen. Die umgebenden Gebäudeteile sind aber größtenteils eingestürzt. Schiefe Wände, Löcher im Dach, herunterhängende Drahtgebilde. Im teilweise „überdachten“ Bereich sind einige Fotos möglich.

Zurück nach Hesteyri, das Boot mit den Stunden-Touris, die am Vormittag kamen, ist wieder weg. Im „Haus des Doktors“ dann wieder Kaffee trinken und Tagebuch schreiben. Mehr gibt das Wetter heute nicht her. Eine stete graue Wolkendecke, kein Wind, aber Regen. Das bleibt wohl erst mal so.

Abends doch noch leichte Wetterbesserung, ein vager Blick auf den Drangajökull ist noch zu erhaschen. Bier und Suppe mit Lammfleisch bei Hrólfur und Co. schließen den Tag ab. Morgen ist also der letzte Tag auf Hornstrandir.

Das Gute am miesen Wetter ist, dass der Abschied dadurch nicht so schwer fällt. Mal sehen, was morgen noch geht.

 

Hesteyri, 8.8.

Aufwachen 7:00, ok geschlafen. Irgendwann wäre ein richtiges Bett aber auch nicht so schlecht. Heute will ich zumindest bis zur zur Passhöhe (< 300 m) Richtung Aðalvík gehen. Das Boot zurück nach Bolungarvík fährt erst abends.

wp_bd_Island2013_18_03_1100Leichtes Tröpfeln aufs Zelt, also nicht optimal. Gegen 9:15 mache ich mich auf. Ich habe mich für den voraussichtlich einfachsten Weg entschieden. Es geht ganz gemächlich bergauf, fast eine Art Straße ist dies, wahrscheinlich der Weg, auf dem man früher am schnellsten von Hesteyri nach Aðalvík kam. Bis auf ca. 280 m geht es hoch, also eher flach. Daher auch kein so besonderer Blick auf den Hesteyrarfjörður. Dann auf eine Hochebene, die mit großen Steinwachten gut markiert ist, außerdem die nicht mehr genutzten Strom/Telefon-Masten. Bald ist schon die Westseite von Aðalvík in Sicht. Hab‘ noch dicke Zeit, mindestens bis es wieder hinunterführt möchte ich gehen. Das Wetter ist mittlerweile stabil: kein Regen, aber auch wenig Aussicht auf Sonne. Die strahlenden Impressionen der letzten Tage an der Nordküste werden sich daher nicht wiederholen. Die Ebene neigt sich dem Ende, nun ist auch die Ostseite von Aðalvík mit einigen verstreuten Sommerhäuschen in Sicht. Dies wäre der eigentlich geplante Weg gewesen.Aðalvík Ich steige noch hinunter bis zu einem roten Haus – geschlossen, niemand dort. Bis zum „Strand“ ist es noch ca. 1 km. Es wäre aber ein Fluss zu furten, das ist mir den Aufwand nicht wert. Begegne nun einem Paar aus Belgien, das ich auch später noch im „Haus des Doktors” treffe. Zudem noch einen Solo-Wanderer aus der Schweiz mit sehr schwerem Rucksack, der etwas zu viel (Unsinn) redet. Bis hier habe ich ca. 2½ Stunden gebraucht und bin gut in der Zeit. Zurück auf gleichem Wege.

Es ist erst 15:00 als ich in Hesteyri zurück bin. Ich erwarte das Boot gegen 18:00 – das Ganze verzögert sich wegen Problemen mit der Motorschraube dann aber um noch eine Stunde. Die Rückfahrt ist ziemlich stürmisch. Immer gut festhalten, ich stehe draußen. Gut eine Stunde dauert die Überfahrt, ich hab‘ danach auch echt genug. Die beiden Amerikaner – Karen und Kim – die ich am Vortag kennen gelernt habe, nehmen mich in ihrem Mietwagen bis nach Ísafjörður mit. Auch sie wollen zum Hotel Edda und dort campen.

Ausnahmsweise nehme ich hier die „Sleeping Bag Accommodation“. Ein großer Fehler, wie sich zeigen wird. Aber endlich eine Dusche! Ab 23:00 versuche ich zu schlafen. Die „Sleeping Bag Accomodation“ ist ein Klassenraum der Schule, die ansonsten als Sommerhotel genutzt wird. Insgesamt ca. 10 Leute sind hier untergebracht. Das ist ok, jedoch bedeutet dies, dass ständig jemand hustet, schnarcht oder sonstige Geräusche von sich gibt. Erst gegen Morgen nicke ich mal ein.

 

Ísafjörður, 9.8.

Hab‘ wohl nur so 2-3 Stunden geschlafen, als um 6:30 die Nacht endlich zu Ende ist.

Packen, dann zum Frühstücksbuffet! (man beachte: erstmalige Nutzung dieses Worts!) Marmelade, Butter, Salami, Orangensaft, Apfelsaft, Kuchenteilchen. Ganz anders als mein übliches Frühstück. Um 8:00 treffe ich mich mit Karen und Kim, die nun auch gen Süden weiterfahren werden und mich noch bis zum Flughafen bringen. Der Flieger geht erst gegen 10:00, hab‘ also noch jede Menge Zeit.wp_bd_Island2013_20_01_1192 Kurz vor 11:00 in Reykjavik, bewölkt, hat wohl gerade noch geregnet. Nach kurzem Ausruhen nehme ich meinen Rucksack und gehe das kurze Stück vom Flughafen zum BSÍ und bringe dort meinen Rucksack unter. 2 Übernachtungen habe ich noch in Reykjavík – einmal Campingplatz und einmal im Guest House.
In der Rückbetrachtung ist es mir etwas unverständlich, warum ich 2 Übernachtungen eingeplant habe… Reykjavík kenne ich schon recht gut und auf größere Aktivitäten habe ich nach so einer Wandertour auch keine Lust.

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Lónafjörður, unterhalb Einbúi. Dort war leider zu viel Wasser…

Nachmittags also nur etwas umher latschen und essen. Im Rathaus noch kurz auf der Reliefkarte meine Route nachvollziehen, dann doch zum Campingplatz. Die Müdigkeit aufgrund der fast schlaflosen Nacht schlägt sich nun doch durch.

 

 

 

 

Reykjavík, 10.8.

Aufwachen 7:00. Das war die tatsächlich letzte Zeltübernachtung dieser Reise; viel besser als die gestrige „Sleeping Bag Accomodation“ . Gegen 10:00 nehme ich den Bus zum Guest House. Super zentral gelegen mit Blick auf den Tjörnin.

wp_bd_Island2013_21_01_1213Mittags zu einem Orgelkonzert in der wp_bd_Island2013_21_02_1220Hallgrímskirkja; ich möchte die Orgel endlich auch mal in Aktion erleben. Der Organist spielt eine gute ½ Stunde Werke von Buxtehude, Bach und isländischen Komponisten. Hört sich ziemlich gut an.

Heute ist der „Reykjavik-Pride”-Tag, daher sind einige Straßen gesperrt und in der Stadt ist es ziemlich voll. So richtig spannend finde ich das nicht, ist eher wie großer Kindergeburtstag. Später am Abend gehe ich noch ins Kino; in das Bíó Paradís.

 

Reykjavík, 11.8.

… der letzte Tag, Rückreise! Aufwachen, letzter kurzer Rundgang um Tjörnin und Austurvöllur. Wetter sieht heute ziemlich gut aus. Kurz nach 9:00 schultere ich den Rucksack und gehe ganz langsam zum BSÍ. Die Latscherei in der Stadt hat meinen Knien nicht besonders gut getan. Zur Mittagszeit bin ich in Keflavík, zu dieser Zeit ist hier nicht viel los. Über Kopenhagen komme ich schließlich erst abends um 22:00 in Düsseldorf an. Tour geschafft!
Ende

 

Karte


 

EtappeLänge / km
0Grunnavík4
1Grunnavík – Sandeyrarós15
2Sandeyrarós – Kaldalón26
3Kaldalón – Skjaldfannardalur16
4Skjaldfannardalur – (66° 03' / 22° 06')14
5(66° 03' / 22° 06') – Ófeigsfjörður19
6Ófeigsfjörður – Drangavík17
7Drangavík – Bjarnarfjörður17
8Bjarnarfjörður – Furufjörður18
9Furufjörður – Þrengslavatn20
"10"Þrengslavatn – Lónafjörður6
"11"Lónafjörður – Þrengslavatn5
12Þrengslavatn – Hrollaugsvík19
13Hrollaugsvík – Hælavík19
14Hælavík – Hesteyri19
Gesamtlänge:ca. 235

Wer genau aufgepasst hat und die Kilometerangaben in der Karte oben und der Übersicht links vergleicht, wird einen gewissen Unterschied feststellen. Was ist denn richtig? Die Angaben links stimmen, die Karte oben ist eine einigermaßen gute Annäherung der tatsächlichen Strecke. Leider sind die ohnehin nur sporadischen Track-Aufzeichnungen, die ich unterwegs gemacht habe, in der Zwischenzeit durch diverse Computerprobleme abhanden gekommen – die Karte oben wurde erst lange nach der Tour erstellt.




Teil 3

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