Furufjörður – Hesteyri

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Der dritte Teil der Wanderung durch die Strandir- und Hornstrandir-Region in den Westfjorden von Island

“Classic Hornstrandir” mit Hornvík, Hornbjarg, Polarfüchsen und einem ungeplanten Umweg

Furufjörður – Þrengslavatn

Etappe 9

oberhalb Furufjörður,1.8.

Aufstehen kurz nach 7:00, nicht gut geschlafen, konnte nicht einschlafen. Die Sonne scheint schon aufs Zelt! Derzeit wieder 100% blauer Himmel. Bisher ist das Wetter bis auf ganz kurze Abschnitte einfach optimal! Noch 7 Wandertage vor mir! 9:00, beim Packen, brauche heute deutlich länger. Aufbruch 9:50. Der Abstieg zum Furufjörður geht recht zügig, auch da ich gegen kurz nach 11:00 den Tiefststand des Wassers zwischen Furufjörður und Bolungarvík erwarte und mich deshalb etwas beeile (Tidenkalender für Hornvík sagt 11:11 als Tiefststand). Nach dem Abstieg noch ein Stück über Wiesen bis wieder eine Flussquerung ansteht.

Furufjörður

Furufjörður

Diesmal aber einfach. Auf der anderen Seite 2 Häuser (alt und neu), scheint aber niemand da zu sein. Etwas weiter von der Küste entfernt im Tal auch eine kleine Kirche. Keine Zeit mehr, dort vorbei zu gehen. Das erste Mal während dieser Tour, dass ich möglichst zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort sein muss (zumindest sinnvoll wär’s schon).

Dies ist ansonsten eine der großen Vorzüge einer derartigen Solotour: Es gibt überhaupt keinen Termine oder vorgeschriebene Zeiten. Und da die Tage auf Island zu dieser Jahreszeit so lang sind, gibt es nicht einmal ein richtiges Tagesende. Nur der Zeitpunkt am geplanten Ziel ist relativ fix. Ansonsten kann ich so schnell oder langsam unterwegs sein wie ich will – und auch von mir selber aufgestellte Tagespläne kann ich ohne Begründung oder Absprache einfach ändern.

Über flache Wiesen bis zur Notfallhütte Furufjörður. Es ist 11:30, ich weiß leider nicht, welcher Punkt des folgenden Uferwegs bei Hochwasser kritisch wird – daher weiterhin Bewp_bd_Island2013_12_02_0668eilung. Dann am Ufer weiter. Steinig, aber erst nur kleine Steine. Die Sonne scheint, bin ziemlich verschwitzt. Der Weg wird schlechter, größere Blöcke, manchmal glitschige Algen. Die Meeresbrandung immer im Ohr und in Sicht. Zum Glück gibt’s aber keine größere Kraxeleien. Nach gut 1¼ Stunden ohne Pause ist es geschafft.

Danach nur noch wBolungarvíkenige Meter bis Bolungarvík und der Felsnadel im Meer. Dort die offizielle Mittagspause. So ist das angenehm. Auch in Bolungarvík sind zwei Häuser, beide aber ohne Gäste. Auch das Haus Heimbær, in dem wir vor 10 Jahren waren, ist verschlossen. Hat aber mittlerweile ein knallrotes Dach erhalten. Weiterhin 100% blauer Himmel, Sonne, nirgends Schatten.

Durch hohes Gras und Blumenwiesen nun nach Westen. Als der Weg Richtung Bolungarvíkurheiði leicht ansteigt, mache ich sehr viele Pausen. Ich gehe jetzt direkt in Sonnenrichtung.

Bald die ersten Schneefelder – Sonnenbrille raus, und die spärlichen Reste meiner Sonnencreme nutzen. Die Passhöhe ist erreicht, aber der Weg führt hinunter in den Hrafnfjörður, außerdem bin ich erst auf ca. 400 m, „mein Weg“ geht aber nun Richtung Nord-Ost bis deutlich über 500 m. Nur noch Stein und Geröll hier. Leider verpasse ich aber den Anfang dieses Weges – bin wohl ein Stück zu weit Richtung Hrafnfjörður gegangen. Über ein steiles Schneefeld und einen steilen Geröllhang bergauf. Oben wird es flacher, und auch die Markierungen (Steinwachten, aber recht klein) sind zu sehen. Sehr schwieriges Gehen. Große wacklige Gesteinsplatten, manchmal mit Moos bedeckt. Die nächste Steinwacht ist schwer zu erkennen. Die Sonne steht ziemlich tief. Der Weg scheint mehr am Hang entlang zu führen. Dort folge ich 3 Wachten Richtung Hyrnukjölur. Das GPS zeigt ständig an, dass ich ca. 100 m vom Weg entfernt bin und parallel dazu gehe…

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nahe Hyrnukjölur mit Blick nach Barðsvík

Welchen „Weg“ meine ich hier überhaupt? Nun, teils ein Track, den ich im Internet „gefunden“ habe, andererseits die Übertragung eines Weges, der auf der Karte eingezeichnet ist, auf’s GPS.
Was mir diese Etappe aber mit großer Deutlichkeit zeigte: Ein „Weg“ auf Karte (sei es Papierkarte oder digital) ist zunächst immer nur rein virtuell. Von einer offensichtlichen Entsprechung in der Wirklichkeit ist nicht auszugehen. Diese Annahme und somit Fehler habe ich bei dieser Etappe aber gemacht…
Ein „Karten-Weg“ ist also nur als Idee eines Weges anzusehen, oder als ungefähre Darstellung einer Route, die von irgendjemanden (den man nicht kennt) zu irgendeinem Zeitpunkt (ebenfalls unbekannt) unter nicht bekannten Bedingungen absolviert wurde.

Bei markierten Wanderwegen ist das natürlich etwas vollkommen anderes. Jedoch sind markierte Wanderwege auf Island deutlich in der Minderheit.

Jetzt aber weiter mit der Tour.

… aber 100 m in Richtung dieses Weges ist ein fast senkrechter Stewp_bd_Island2013_12_08_0735ilhang. Finde schließlich eine scheinbar machbare Stelle in diesem Hang. Zentimeter für Zentimeter taste ich mich hinunter. Es ist nicht nur steil, viele Blöcke sind locker – selbst die recht großen. Das Ziel – ein ebenes Schneefeld ist nur gut 100 m Luftlinie entfernt. Ich brauche bestimmt eine Stunde, um hinunter zu kommen. So etwas nie wieder! Viel zu gefährlich. Ich hätte mich an einer Stelle auf dem Plateau noch kurz nach Nord-Westen orientieren müssen oder den gesamten Weg auf dem Plateau gehen müssen.

Zunächst mit Abstand von einigen Wochen nach der Tour und auch jetzt fast 3 Jahre danach kann ich diese Aktion nur ganz kurz als „nicht gut – nicht wiederholen“ bewerten.

Þrengslavatn

Þrengslavatn

Nun über das Schneefeld und weiter zum Þrengslavatn. Der Weg ist wieder gefunden!!! (d.h. eine Übereinstimmung von GPS-Weg und Wirklichkeit, auf der sich auch gut voran kommen lässt) Das Schlimmste ist geschafft. Nun noch einen Zeltplatz finden. Hinunter zum See. Am Ufer Schneefelder oder Gesteinsplatten. Gehe noch ein Stück am ausfließenden Fluss bis zu einem Wasserfall. In der Nähe Boden mit leichter Vegetation und relativ flach.

Lónafjörður

Lónafjörður

21:30, Ende der Etappe – fast 12 Stunden war ich unterwegs. 22:00, das Zelt steht. 23:00, bin fix und fertig, aber gesund. War so kaputt, dass ich das Essen nicht geschafft habe. Leichter Sonnenbrand und Kopfschmerzen, aber insgesamt ist es ja noch gut ausgegangen.

 

Þrengslavatn – Lónafjörður

„Etappe 10″

oberhalb Lónafjörður / Þrengslavatn, 2.8.

Aufstehen ab 7:00. Die Kopfschmerzen sind weg, bin ganz gut erholt. Heute erst verzögerter Aufbruch um 10:15, da ich mir sehr viel Zeit lasse und die Tagebuchaufzeichnungen für gestern noch nachhole.

Einfacher Plan: Erst mal muss ich in den Lónafjörður hinunter und dann an der Küste entlang. Anscheinend gibt‘s dort gezeitenabhängige Stellen. Hoffentlich klappt‘s.

Bei wieder Superwetter breche ich auf und finde sogar eine Steinwwp_bd_Island2013_13_03_0760acht. Bin wohl wieder auf dem richtigen Weg. Dann noch eine! Das war‘s dann aber auch. Weder Markierungen noch Spuren im Folgenden. Hier geht wohl nur selten jemand. Die generelle Richtung ist aber klar, und es ist längst nicht so steil und schotterig wie gestern. Die ganze Zeit toller Ausblick auf den Fjord. Später dann noch kaskadierende Wasserfälle. Ab ca. 250 m wieder Blumen, trotzdem auch noch Schneefelder. Selbst als wieder ein „normales“ Gehen möglich ist, ist keinerlei Weg zu sehen.

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Lónafjörður – ab hier wird’s schwierig…

Endlich unten angekommen! Kurze Pause, dann will ich meinen Weg fortsetzen. Was liegt denn da am Ufer auf den Felsen und Algen? Tatsächlich, ein Seehund (oder Robbe?) Schnell mache ich das 45-180-Objektiv bereit. Mittlerweile ist der Seehund leider baden gegangen. Es tummeln sich hiwp_bd_Island2013_13_05_0786er in Ufernähe aber noch sehr viele seiner Artgenossen, gucken immer wieder heraus um zu sehen, was denn dort am Ufer los ist. Bestimmt ca. 20 Seehunde sind hier unterwegs. Doch noch ein paar gute Fotos. Am Ufer entlang; dann eine Steilklippe, die direkt ins Wasser führt. Wie weiter? Ich versuche die Stelle über einen grasigen, steilen Hang zu umgehen. Der wird aber immer steiler und führt in Zielrichtung auf ein sandiges sehr steiles Schotterfeld zu. Nach den Erfahrungen von gestern brauche ich dies nicht noch einmal; zurück und die Steilklippe genauer betrachtet.

Vielleicht kann ich durchs Wasser gehen. Es gibt praktisch keine Strömung. Bis auf die Unterhose alles aus und erster Test ohne Rucksack. Scheint ok, die Temperatur ist auch gut auszuhalten. Und los, ein Stück von ca. 50 m ist zu schaffen. Wasser berührt so gerade die Unterhose, noch ok. Geschafft! Anziehen, und Pause machen. Es ist ca. 14:30. Hoffentlich kommt so etwas nicht noch mal. Ca. 400 m weiter aber das gleiche Problem! Diesmal sieht die Strecke allerdings länger aus. Wieder der Versuch über den Hang zu queren. Wieder nichts. Zu steil, fühle mich nicht gut dabei. Also wieder Hose und Wanderschuhe aus und testen. Selbst der Test von wenigen Metern zeigt schon: eher nicht! Abbruch, ich will zurück in den Lónafjörður, dort gibt‘s zumindest gute Camp-Möglichkeiten. Also zurück zur ersten Stelle. Ich stehe schon schnell im mindestens hüfthohen Wasser! Wieder zurück. In dieser ca. ½ Stunde ist das Wasser um ein paar kritische Zentimeter zu viel gestiegen.

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“Stelle 1” bei Ebbe

Ich ziehe mich auf einen trockenen, grasbewachsenen Platz zurück. Tolle Landschaft, toller Ausblick, Superwetter aber ich komme im Moment weder vor noch zurück! Erst mal feststellen, ob das Wasser wirklich steigt. Steinchen im Wasser als Markierung. Es steigt. Ich versuche den Zeitpunkt des Höchststandes zu ermitteln. Da ich Gezeiten-Informationen von anderen Stellen habe, sollte dies auch anzeigen, wann ungefähr hier der Niedrigststand ist. Hole den Schlafsack zum Eindecken raus, Tagebuch schreiben. Gegen 18:10 ist der Höchststand erreicht. Vergleich mit Látrar: ca. 25 Minuten ist dieser Stand früher erreicht. Vor knapp 4 Stunden war die erste Stelle noch gut passierbar. D.h. der Tiefststand ist hier erst morgen gegen 0:40! Ab 22:30 könnte ich an eine Querung dieser oder der 2. Stelle denken. Jetzt 18:45. Was machen? Heute Nacht noch ein Stück gehen oder erst morgen? Wobei morgen dann auch schon Mittag oder Nachmittag wäre. Und in welche Richtung…

wp_bd_Island2013_13_07_0792Ich baue trotzdem erst mal das Zelt auf. Nach 4-5 Stunden draußen sitzen wird es doch zu kühl. Zeltaufbau und Entscheidung. Ich werde – wenn das Wetter so bleibt – spät abends weitergehen. Vor 23:00 lohnt sich ein Versuch aber wohl nicht in die geplante Richtung. Ansonsten gehe ich über Stelle 1 zurück und campe direkt in der Biege des Lónafjörður. Dann habe ich für morgen zumindest einen besseren Start. Jetzt schon mal Essen. 21:00, im Zelt liegen und warten. Jetzt sind es ca. 3 Stunden nach Höchststand. Es ist schon sehr viel weniger Wasser – kann ich aus dem Zelt mit bloßem Auge erkennen. Noch eine Stunde warten, dann langsam aufbrechen. Im Zelt abhängen und hin und wieder den Wasserstand anschauen. Die Sonne scheint noch, aber nicht mehr aufs Zelt. Gegen 21:40 gehe ich noch mal zur kritischen Stelle 2. Das Wasser ist deutlich flacher! Zurück und Zeltabbau.

Mittlerweile ist es bedeckt und dunkelt etwas. Ganz leichter Niesel liegt in der Luft. Richtig froh bin ich um die nun anstehende Aufgabe nicht. Auf geht‘s. Gegen 23:30 bin ich an Stelle 2 (kann auch schon etwas später gewesen sein). Wechsel der Schuhe, Hose aus. Schwierig, nun mit dem Rucksack und den Schuhen (zusammengebunden um den Hals gehängt) überhaupt hinunter ans Wasser zu kommen. Teils nass, glitschig und längst nicht mehr so schön hell wie nachmittags. Halb sitzend komme ich hinunter. Füße ins Wasser. Eine Art Eintrittsstein liegt nur ca. 20 cm tief. Danach noch etwas tiefer, so dass das Wasser mir bis knapp an die Unterhose reicht. Ganz vorsichtig in Ufernähe – dort ist aber auch keinerlei Halt, Algen sind direkt am Ufer, das auch hier noch eine kleine Wand bildet. Es wird etwas tiefer. Und unebener! Ich finde keinen Halt, in alle Richtungen zielwärts geht es abwärts oder ich müsste anscheinend über Steine balancieren, die ich gar nicht sehe. Ich wackele schon einmal leicht, dann die Entscheidung: Abbruch!

Wohl nur 10 m habe ich geschafft. Vielleicht noch 2-3 m mehr und ich käme in offenbar flacheres Wasser – kann man schon erahnen. Langsam zur Einstiegsstelle zurück. Aber wie wieder hinauf kommen? Die „Sitzmethode“ funktioniert rückwärts nicht. Zumindest nicht mit Rucksack und Baumelschuhen. Irgendwie bekomme ich den linken Oberschenkel und Knie auf die erste Stufe. Dann langsam hochziehen an den höheren Steinen. Ziemlich eingeklemmt sitze ich nun auf diesem Absatz. Erst mal ausruhen und sammeln. Mit einer erneuten Anstrengung auf den oberen Absatz. Geschafft. Unterhose ist total nass. Jetzt aber nur Schuhwechsel. In Unterhose und Wanderschuhen noch zurück zu Stelle 1. Wieder Schuhwechsel. Dort ist es nun wirklich flach. Knietief, maximal ½ Oberschenkel-tief gehe ich im Wasser, das hier auch weniger kalt ist. Stelle 1 ist geschafft. Noch mal Schuhwechsel und nun so schnell wie möglich einen Zeltplatz am (Trink)-Wasser finden. Der Niesel ist stärker geworden. Ein grasiges, ebenes Stück am Fjordufer mit Minibach daneben. In Rekordgeschwindigkeit ist das Zelt aufgebaut – der Boden ist hier ideal. Immerhin ein positiver Aspekt. Schnell ins Zelt, aufwärmen, Matte aufblasen. Hat nicht geklappt, aber ich hab‘s überstanden.

Der Reiseplan wird ab sofort geändert: Ziel ist es, am Mittwochabend in Hesteyri anzukommen. Das Ganze auf einer möglichst sicheren Route. Ich werde also wohl einen Teil meines Weges zurückgehen müssen! Hilft ja nichts. Ein erneuter Versuch kommt nicht in Frage. Vielleicht hätte ich noch ca. 1 Stunde warten sollen. Dann wäre wohl etwas weniger Wasser zu erwarten (vielleicht 5 cm). Aber hätte das gelangt? Und es wäre dann noch dunkler (ca. 0:30!). Hätte, hätte…

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Weiterhin am Lónafjörður

In einem anderen Bericht (keine Ahnung wo), habe ich nach meiner Tour auch von dieser Stelle gelesen. Dort wurde von einer Art Weg oder Damm durchs Wasser berichtet. Rückblickend deckt sich das durchaus mit meinen Erfahrungen. Die Einstiegsstelle machte für mich einen etwas künstlichen Eindruck, auch dass es in fast allen Richtungen scheinbar abwärts ging würde für einem leicht höher gelegten Weg sprechen. Nur – wirklich erkennbar oder sichtbar war dieser für mich nicht.

Im Zelt noch einen Tee, bin etwas enttäuscht. Ende erst gegen 1:00.

 

Lónafjörður – Þrengslavatn

„Etappe 11″

Lónafjörður, 3.8.

Aufstehen 7:00 und so gut geschlafen wie noch gar nicht auf der Tour! Es nieselt (mindestens) und windet leicht. 9:30, Wetterverbesserung. Anscheinend kein Niesel mehr, auch eine leichte Wolkenauflockerung. Ich plane Richtung Barðsvík zu gehen: Erst mal zum gestrigen Zeltplatz und dann zur Küste hinunter. Wenn das Wetter noch sehr gut wird, wäre auch eine Strecke auf einem Höhenzug bis 600 m nach Norden möglich. Barðsvík ist aber erst mal Plan A.

10:00; Wind, aber derzwp_bd_Island2013_14_01_0806eit trocken. Ich packe zusammen und breche um 10:30 auf. Jetzt wieder leichter Niesel und Gegenwind. Gehe nun zunächst auf der anderen Seite des Flusses und komme zügig voran. Da kommt sogar die Sonne für einen Moment heraus! Auch der Fjord sieht rückblickend schon  besser aus. Hoffentlich bleibt‘s so.

Nein! Kurz darauf ziehen wieder Wolken herein und der Niesel verstärkt sich. Jetzt bin ich wieder mit voller Regenmontur unterwegs. Nur ca. 200 m gute Sicht. Dahinter verschwimmt alles. Die Sicht wird noch schlechter. Hat keinen Sinn mehr, kurz nach 13:00 in ca. 300 m Höhe mache ich erst mal Schluss. Zeltaufbau (!) und abwarten. Es muss besser werden! Ich will endlich aus dieser Lónafjörður-Gegend raus. 14:00 – keine Änderung. Gegen 15:30 breche ich doch noch auf – obwohl das Wetter unverändert schlecht ist. Regen und Niesel bei Gegenwind – vor allem aber kaum Sicht. Da ich den Weg „kenne“, das heißt meine Wegmarken vowp_bd_Island2013_14_02_0809n gestern nutzen kann, taste ich mich langsam höher. Per GPS wird der nächste sinnvolle Punkt gesetzt (immer so ca. 300 m Entfernung) und dann in diese Richtung gegangen. Sehr langsam, zudem sehe ich durch die Brille kaum mehr. Kraxelei ist heute aber ausdrücklich verboten!

Schließlich auf 400 m Höhe. Ich finde sogar den exakten alten Zeltplatz, baue das Zelt dort erneut auf. Recht starker Wind, zahlreiche Steine zur Sicherung. Gegen 17:45 endgültig im Zelt. Nicht mal für ein Zeltfoto hat es gelangt. Aus den nassen Klamotten raus. Jetzt 19:30, keine Wetteränderung. Ich muss!! morgen unbedingt von hier herunterkommen und an die Nordküste gelangen. Die dortigen Wege sind auch bei Schlechtwetter noch einigermaßen begehbar, vor allem sind sie markiert. Habe nun den Weg (Vorschlag) aus der M+M-Karte punktweise aufs GPS „übertragen“. 10 Punkte im GPS eingetragen.

Das Gute: es geht nicht mehr höher! Zum Þrengslavatn und dann hinunter. Eventuell eine steilere Stelle, dann bin ich schon auf 300 m und es sieht auf GPS und Karte relativ einfach aus. 21:00, gegessen. Heute gab‘s nur ein Müsli, ein kleines Abendessen und ein Twix. Kaum zu glauben, dass vor 2 Tagen zu viel Sonne noch ein „Hauptproblem“ war. Weiterhin Wind, Regen, keine Sicht. 21:30, noch mal raus zum Zelt-Check. Sieht ok aus. Das Gute am Wetter: Es ist nicht schlechter geworden, aber auch kein Stück besser. Insgesamt weiter Regen, Wind, schlechte Sicht. Werde nun so langsam für heute Schluss gehen. Was für ein Dreckstag.

Nach den beiden letzten Tagen ist meine Stimmung nahe bei Null. Morgen muss das Wetter besser werden! Ich muss von diesem Scheißhügel runter kommen und mindestens bis Barðsvík!

…werde morgen etwas früher aufstehen, vielleicht habe ich ja Glück.

 

Þrengslavatn – Hrollaugsvík

Etappe 12

oberhalb Lónafjörður / Þrengslavatn, 4.8.

Aufstehen 5:50, Wind weiterhin stark, Regen unklar, aber die Sicht ist besser! Hab‘ ziemlich schlecht geschlafen, das Zelt wackelte und es war auch recht kalt. Ich packe soweit möglich schon im Zelt. Aus dem Zelt raus: Kalt, windig, aber kein Regen! Und sogar bis zum Fjord ist mit Mühe zu sehen. In meiner Gehrichtung sieht es nicht ganz so gut aus, aber viel besser als gestern. Aufbruch gegen 7:45.

Per GPS zum ersten Punkt. Auf der Karte ist dies als Ebene angedeutet. Tatsächlich geht es ständig leicht auf und ab. Schneefelder und Mini-Seen dazwischen. Am Þrengslavatn vorbei und weiter nach Nord-Ost. Die Orientierung klappt so ganz gut. Nun auch Steinwachten. Der nächste Punkt wäre nun direkt in einer Schlucht, in die es ca. 20 m steil bergab geht. Stattdessen an einem Hang eine bessere Abstiegsmöglichkeit. Ein sehr starker Wind bläst dort unten plötzlich.

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Barðsvík – endlich!

Kurz darauf erstmals Blick nach Barðsvík! Sind zwar noch ca. 5 km, aber damit ist die Hauptschwierigkeit geschafft. Ich bin endlich aus der Wolke heraus. Statt 100-200 m Sicht ist die Orientierung nun normal. Ein sehr großer Steinmann zeigt den Einstieg zu der Schlucht. An allen anderen Stellen wäre eine Steilwand kaum zu überwinden. Gut 1½ Stunden hat dieses Teilstück gedauert. Es hat besser und schneller geklappt als befürchtet.

Zur Bucht hinunter keine Markierungen mehr. Das übliche Gelände ab 200-300 m. Teils steinig, teils sumpfig. Vereinzelte Streifen blauen Himmels tauchen auch auf. Gegen 11:30 ist Barðsvík erreicht; das Minimalziel geschafft. Nun einfach dem Küstenweg gen Westen folgen. Mal sehen, wie weit ich kommen werde.

Smiðjuvíkurbjarg

Smiðjuvíkurbjarg

Von Barðsvík geht‘s direkt auf wieder 250 m hinauf auf den Smiðjuvíkurháls. Von dort erstmals Sicht zum Smiðjuvíkurbjarg. Wie angenehm, auf einem Pfad zu gehen. Nun gibt’s keine sonderlich steilen oder schwierigen Stellen mehr. Das Wetter ist aber noch nicht ganz entschieden, ob es wieder schlecht oder gut wird. Auch nach der Pause in Barðsvík bleiben die Regenklamotten daher an.

Am Smiðjuvíkurbjarg komme ich leicht vom Weg ab, und verpasse daher 2 Wandwp_bd_Island2013_15_04_0843erer, die gerade von dort hinunter kommen. Dies passiert mir kurz danach nochmals, als ich direkt an den Klippen längs gehe: 2 Wanderer, die anscheinend den „offiziellen“ Weg weiter landeinwärts gehen. Mittlerweile ist es trocken, kein Regen in Sicht, stattdessen klart es weiter auf.

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Steilküste von Hornstrandir bis Hornbjarg

In der Ferne zeichnet sich schon Hornbjarg ab. Mal sehen, wie weit ich in diese Richtung gehen werde. Möwen, die an den Klippen auf-und nieder segeln.

Noch kein Polarfuchs, denke ich gerade, da läuft mir einer direkt über den Weg! Leider ist der längst weg, als ich die Kamera bereit habe. wp_bd_Island2013_15_13_0868Dann bei Bjarnanes, kurz vor Hrollaugsvík, wieder ein Polarfuchs. Nun sogar 2! Einer läuft weg, der andere bleibt, ich kann die Kamera auspacken. Der macht sich dann zwar auch davon; aber nur bis zu seinem Bau. Direkt davor dösen nun 4 junge Polarfüchse auf dem Gras vor sich hin! Verschwinden mal im Bau, kommen dann aber schnell wieder zurück. Zahlreiche Fotos.

Noch bis zur Bucht Hrollaugsvík hinunter, dann biege ich vom Weg etwas ab und suche mir einen Zeltplatz.

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Hrollaugsvík

Für heute ist es genug! Der Plan sieht nun so aus, bereits übermorgen abends in Hesteyri einzutreffen. Die Runde über Aðalvík spare ich mir wohl, vielleicht noch als kleine Tagestour von Hesteyri aus.

 

 

Hrollaugsvík – Hælavík

Etappe 13

Hrollaugsvík, 5.8.

Habe zwar gut geschlafen aber bin erst etwas träge. Die Sonne scheint schon voll aufs Zelt, da kann ich mal die Schuhe zum Trocknen raus stellen.

wp_bd_Island2013_16_01_0882Aufbruch gegen 9:00. Heute mal wieder mit Sonnencreme! Geht direkt los mit einem Aufstieg. Erst einfach, geht es dann auf fast 200 Meter – immerhin. Weite Sicht, einige Vögel (Raben?) liefern sich einen Vierkampf am Himmel; so scheint es zumindest. Dann ein Schild, das Kaffee und Waffeln im Leuchtturm Hornbjargsviti verspwp_bd_Island2013_16_02_0889richt. Ja!! Das wären ja gute Aussichten. Kurz danach ist der Leuchtturm in Sicht. Der Leuchtturm wie üblich auf Island in gelb-orange, davor noch ein Wohngebäude und verschiedene kleinere Bauten. Sehr dramatische Lage. Im Hintergrund sind schon die Klippen von Hornbjarg zu sehen. Hier ist eine starke Brandung, die gegen die Klippen und vereinzelte Felsen im Wasser anläuft. Dies mit lautem Getöse, teils mehrere Meter hohe Gischtwolken produzierend.

Hornbjargsviti

Hornbjargsviti

Hinunter zum Leuchtturm. Ich klopfe, trete ein, zunächst nur eine Familie aus England, die von hier aus Touren unternimmt. Dann ist auch der Leuchtturmwärter da. Ich trage mein Anliegen (der Kaffee, was sonst…) vor und erhalte prompt eine sehr große Kanne „French Pressed“.

Was ich gestern für weit entfernte Schiffe auf offener See hielt, sind tatsächlich Eisberge aus Grönland, wie ich von ihm erfahre. Eher ungewöhnlich, einer scheint in den nächsten Stunden bei Smiðjuvík „an Land“ zu gehen. Über Wasser ist das Teil sicherlich schon 20 m hoch, der Rest (ca. 85%) unter Wasser. Das Wetter dürfte erst mal so ähnlich bleiben. Und sehr viele Wanderer sind auch nicht unterwegs, die Saison endet spätestens Mitte August.

Weiter mit sehr viel Kaffee im Bauch. Wenige Meter später ein Wasserfall, der direkt über die Klippen hinunterstürzt und bei der Gelegenheit einen kleinen Regenbogen produziert.

Weiter Richtung Hornbjarg. Ganz umlaufen werde ich diese Halbinsel nicht. Die charakteristisch gen Himmel weisenden Spitzen von Hornbjarg tauchen auf. Dies ist aber auch erst mal der höchste Punkt. Bei Skófnaberg verlasse ich die Klippen und gehe gen Westen nach Hornvík. Auch Hælavíkurbjarg ist zu sehen. Die Gegend kenne und erkenne ich ganz gut wieder. Damals gab’s hier aber sehr viele Schneefelder. Diesmal ist das Gehen hier viel einfacher. Hinunter bis zur Küste, dann eine erste Pause.

Nun weiter mit der Querung der Bucht über den Hafnarsandur. Zeitlich bin ich perfekt dabei – es ist gerade Ebbe. Ein sogenannter „Ranger“ kommt vorbei. Hätte mich ganz gerne mit ihm unterhalten. Er salbadert aber nur tonbandmäßig (bzw. mp3-mäßig) einen Text wegen „auf vorgesehenen Plätzen campieren, kein Feuer, Treibholz nicht ändern, nicht blinzeln, nicht atmen, bla bla“. So eine unerfreuliche und unfreundliche Type ist mir auf Island noch nie begegnet. Später verschwindet er dann mit lautem Getöse in einem Motorboot. Tolle Show….

Kurz darauf begegne ich noch einem weiteren Ranger, der aber nicht schon wieder die gleiche Leier ablässt. Trotzdem komisch: Einschließlich heute bin ich insgesamt 13 Personen an 11 Tagen begegnet. Und hier gleich 2 Ranger, und einer tut so, als sei das Gebiet von Leuten nur so überschwemmt.

wp_bd_Island2013_16_11_0962Jetzt aber Schuhe aus, der nächste Teil bis zur Notfallhütte von Hornvík kann barfuß am Strand gegangen werden. Sehr angenehm. Einige angeschwemmte Quallen und ein großes graues Etwas. Ein verendeter Wal oder Hai oder Gammelhai. Am Strand treffe ich auch 2 Holländer, die auf einer längeren Tour sind und ebenfalls morgen nach Hesteyri gelangen wollen. Weiter bis zum Ende des Sandstrandes und die Füße vom Sand befreien.

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Blick von Rekavík nach Hornbjarg

Über eine mit Seil gesicherte Stelle nahe der Klippen weiter bis Rekavík. Sehr viel Treibholz in dieser Bucht. Nun nur noch einen kleinen Pass, hoch und schnell hinunter. Ich nähere mich nun so langsam meinem Tagesziel bei Hælavík. Zieht sich aber sehr hin. Über den Atlaskarð auf 320 m im weiten Bogen windet sich der Weg durch teils steiniges und sumpfiges Gelände. Es geht nun schon Richtung 20:00. Bis Hlöðuvík sind es noch so ca. 3 km Luftlinie, den doch recht steilen Abstieg hinunter spare ich mir lieber für den nächsten Morgen auf.

Nahe Skálarkambur finde ich einen guten Platz. Essen, danach gwp_bd_Island2013_16_14_0993önne ich mir die Cola, die ich in Hornbjargsviti gekauft habe. Blick aus dem Zelt: In vielleicht 5 m Entfernung steht ein ausgewachsener Polarfuchs (schwarz) mit funkelnden Augen und schaut hinein. Ich schaue zurück. Bevor ich die Kamera startklar habe, läuft er leider davon – nur ein vages „Weglauffoto“ gelingt noch.

Morgen steht die letzte Etappe an.

 

Hælavík – Hesteyri

Etappe 14

Hælavík / Skálarkambur, 6.8.

Aufstehen ab 6:40. Draußen ist es eher bedeckt, die Berge ab 300 m sind in den Wolken. Essen, ab 8:00 klart es leicht auf, die Wolkendecke ist höher. Heute steht die letzte Etappe an, Wandertag 14 (das kurze Intro nicht mitgezählt).

Hlöðuvík

Hlöðuvík und Álfsfell

Aufbruch 9:30, erst leicht ansteigend auf den Pass vor dem Abstieg nach Hlöðuvík. Dort bin ich dann auch schon wieder bei fast 400 m. Blick zurück nach Hælavík. Ich erinnere mich nun an diese Stelle von vor 2 Jahren. Damals war zwischen den Pässen Rekavík und viel Schnee. Jetzt erinnere ich mich aber auch an den ziemlich steilen Abstieg! Platt getrampelter Weg, steil, etwas Sand darauf. Optimal um auszurutschen. Ganz vorsichtig taste ich mich hinunter. Zwar gab‘s schon gefährlichere Passagen auf dieser Tour. Dies ist aber der unangenehmste „echte Weg“. Es zieht sich ganz schön hin.

Unten wieder eine kleine Hüttenansammlung. Jetzt bin aber erst recht froh, dass ich gestern Abend nicht mehr über den Pass und hinunter gegangen bin. Zum Ende des Tages wäre das noch schwieriger geworden. Bei Hlöðuvík scheint ansonsten niemand zu sein. Ich will meinen Weg schon fortsetzen, da kommt ein ca. 60-jähriger Mann aus der Hütte. Er fragt so das übliche (vorher/wohin), kann sehr gut Deutsch, und lädt mich dann zu einem Kaffee ein! Da kann ich nicht nein sagen! Zu dem Kaffee gibt‘s noch Kekse und isländisches Fladenbrot. Mein Gastgeber heißt Luðvig, außerdem sind seine Verwandten (Brüder) auch beim Frühstück und praktisch ständig mit dem Nachbrühen des Kaffees beschäftigt. Sie stammen alle aus dieser Bucht! (Bzw. deren Eltern haben hier noch richtig gelebt.) Kurz danach kommt noch ein Paar aus Frankreich dazu. Interessante Runde. Auf Deutsch, Englisch, Isländisch, Französisch wird erzählt. Der Kamin fackelt im Hintergrund. Luðvig hat noch Infos zu einer Art Familientreffen in Hlöðuvík, die er an uns verteilt. Auch Geschichten von Eisbären und Eisbergen dürfen nicht fehlen.

Gegen 11:30 geht‘s weiter. Bis Hesteyri sind‘s noch gut 11 km (Luftlinie!). Treibholz am Strand, vorbei am Álfsfell, danach geht es bergauf zum letzten Pass dieser Tour. Die Sonne hat ihre morgendliche Zurückhaltung aufgegeben. Mehrere Pausen beim Anstieg, es gibt keinen Grund zur Eile. Die beiden Franzosen sehe ich nicht mehr, unklar aber auch, ob sie ebenfalls nach Hesteyri wollen.

wp_bd_Island2013_17_03_1017Die Vegetation endet, es wird steinig, manchmal Schneefelder. Schließlich bei knapp 400 m die Passhöhe mit Blick hinunter nach Hlöðuvík. Ich erinnere mich vage, dass wir vor 10 Jahren mit der Gruppe von Hesteyri bis hier hin (und zurück) gegangen sind. Diesmal ist das Wetter aber besser. Der Weg macht eine kleine Abzweigung über ein Schneefeld und eine letzte steilere Stelle. Dann ist der „Zielfjord“ erreicht, der Hesteyrarfjörður. Noch ca. 7 km Luftlinie – ab jetzt zählt jeder Kilometer! Ich treffe einen einzelnen Wanderer (Schwede), der von Hesteyri aus Tagestouren macht. Der mit großen Steinwachten sehr gut markierte Weg zieht sich nun oberhalb des Fjords ganz schön lang hin.

Mal über Steine, dann kleine Schneefelder und sumpfige Passagen. Auf meist ca. 250 m ist das Auslaufen doch nicht so entspannt wie erwartet. Weiterhin strahlender Sonnenschein, tolle Farben der noch vereinzelten grünen Stellen. Der Pass bleibt noch lange in Sicht.

Hesteyri

Hesteyri

18:00, der Weg ist nun etwas besser und ist erstmals zu sehen!! Noch ein paar „Vor-Einlauf-Fotos“, dann hinunter zum Ziel. Über kleine Holzstege nahe des Haus des Doktors, dann durch die hohen Engelwurzfelder bis zum Campingplatz. Endgültige Ankunft um 19:05. Wetter sehr gut, fühle mich ebenfalls sehr gut, etwas kaputt, Füße brennen leicht, die Achillessehne rechts schmerzt etwas.

Insgesamt aber: Geschafft!!!


 

Zelt aufbauen, von einem Ranger erfahre ich, dass das Wetter morgen wohl eher schlechter wird. Und mein Proviant-Beutel ist auch angekommen; es liegt im Bootshaus. Das ist er schon mal sehr gut.

Soll ich noch im Café im „Haus des Doktors“ reinschauen? Mit den HesteyriStinkeklamotten? Erst mal zum Bootshaus, dann doch noch zum Café. Klopfe, trete ein, ein größerer Mann mit Brille öffnet. Ich meine ihn wieder zu erkennen, spreche ihn darauf an, dass ich vor 2 Jahren bereits hier war. Auch er – Hrólfur – erinnert sich später noch an mich! Hrólfur führt jedes Jahr während der kurzen Saison dieses Café, ist aber eigentlich Musiker und Toningenieur und arbeitet in Deutschland.

Neben ihm gibt’s noch weitere Deutsch sprechende „Crew-Mitglieder“, die das Café nebst Unterkunft betreiben. Zur Feier des Tages gönne ich mir ein Bier (ISK 1000). Eine leckere Suppe gibt’s gratis noch dazu. Meine 14-Tage-Tour wird schon als etwas außerhalb des Standards angesehen; „Krankheitsverdächtig“.

Zurück zum Zelt, bin sehr zufrieden mit der Tour und dem wp_bd_Island2013_17_08_1055Ausklang. Am Bach vor dem Café eine echt isländische Konstruktion: Eine Pumpe, die an eine Art „Gitarre“ angeschlossen ist und dadurch automatisch ein paar Töne zupft. Das dürfte wohl Hrólfurs Werk sein.

Da ich die Tour leicht gekürzt habe, stehen nun noch zwei Übernachtungen auf dem Campingplatz von Hesteyri an. Geplant war die Ankunft hier erst für den nächsten Abend, evtl. sogar noch etwas später. Auch gut, so kann ich die Tour ganz entspannt ausklingen lassen.

 

Teil 2 Schluss