Hornstrandir

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Der Plan, ganz kurz
Hornstrandir

Hornstrandir: Die Route von Grunnavík um den Drangajökull bis Hesteyri

Nach meiner letztjährigen Island-Querung (ist hier noch nicht veröffentlich) steht wieder Island an – aber diesmal mit einem ganz anderen Landschaftstyp. Nach Hornstrandir in den Westfjorden geht es; in einer XL-Version mit (geplanten) 15 Wandertagen und einer Strecke von ca. 275 – 280 km.

Einmal um den Drangajökull herum beginnend am Snæfjallaströnd, dann an der Küste von Strandir nach Westen bis ins „offizielle“ Hornstrandir. Dort habe ich vor, insbesondere in den Fjorden im Inneren des Jökulfirðir unterwegs zu sein. Auf meiner Karte der Planung sieht das dann wie ein recht wüstes ZigZagging aus, das auch noch Aðalvík mitnehmen soll um dann im großen Bogen in Hesteyri zu enden. Die bekannten Fjorde von Hornvík und Hornbjarg will ich auslassen.

Wieso denn das? mag sich mancher fragen, der in dieser Gegend schon unterwegs war (und andere sind ob der merkwürdigen OrtsbezeichHornstrandirnungen eventuell etwas verwirrt…). Hornvik ist doch eines der Highlights von Hornstrandir! Nun; das stimmt, aber dies wird bereits meine dritte Hornstrandir-Tour sein (die anderen waren nur gut eine Woche lang), von daher kenne ich die markanten Felsen am Hornbjarg bereits und ich möchte (plane) auf neuen Wegen unterwegs sein.

Bei 15 Wandertagen sollte dies nicht „soo“ anstrengend sein, jedoch werde ich das Essen für die gesamte Zeit mitnehmen. Ein Vorausschicken per Boot wäre möglich – birgt aber laut dem Bootsunternehmen doch einen kleinen Unsicherheitsfaktor: Es sind schon Essenspakete zu spät (Wetter) oder gar nicht geliefert worden. Das möchte ich nicht riskieren, daher werde ich nur eine kleine Ration nach Hesteyri (dem Endpunkt, der zuverlässig per Boot erreichbar ist) schicken, um für die 1-2 Tage nach der Tour noch ein wenig Proviant zu haben.

Neben der Ausarbeitung der Tour bin ich in den Wochen vorher vor allem mit leichten Knieproblemen und den fast schon traditionellen Zahnschmerzen beschäftigt (dIe kommen immer ein paar Tage vor Reisebeginn; mein Zahnarzt erkennt daran schon, dass ich in Kürze verreisen will). Also nicht wirklich optimal…

Aber jetzt, auf zum Polarfuchs!

Auftakt

Düsseldorf, 21.7.

Erster Reisetag, aber es geht erst spät abends los. Knapp 8 kg Essen nehme ich mit, am Schluss wiegt der Rucksack ca. 23 kg. Ein paar Kleinigkeiten werde ich in Reykjavík deponieren, es kommen für die Tour aber noch Gaskartuschen und Müsliriegel hinzu. Von daher kann ich mit mindestens 23 kg auch als Startgewicht rechnen.

Ich beginne mit der Zusammenpackerei schon am Vorabend, bin aber auch noch am nächsten Tag gut beschäftigt, bis wirklich alle Kleinteile zusammengesucht und im Rucksack verschwunden sind. Anders als bei einer kurzen Wochentour oder einer Reise mit „normaler“ Infrastruktur kann ich unterwegs nichts nachkaufen. Überflüssiges á la „man könnte es doch vielleicht benötigen“ darf auf keinen Fall mit, das kann ich sonst auf jedem Meter tragen.

Das Rucksackgewicht ist gegenüber dem Vorjahr aber ganz moderat – damals war‘s Essen für 25 Tage.

In den Stunden vor Aufbruch kommt wie so oft bei mir ein Gefühl des „besser hierbleiben, ist doch ganz schön hier“ auf. Vor allem bei dem Wetter. Deutlich über 30°, trotzdem ganz angenehm. Mich erwarten für demnächst nur 1/3 dieser Temperaturen – eher noch weniger. Wobei, die Vorhersage für die nächsten Tage in der Hornstrandir-Region schaut sehr gut aus: Sonne, dann Wolken, aber kein Regen

Gegen 18:30 breche ich auf; es ist gerade Ferienbeginn, daher rechne ich mit großem Andrang am Flughafen. Abflug erst um 21:30, gegen 23:00 (schon nach isländischer Zeit) die Landung auf Island bei starker Bewölkung. Flug soweit alles ok, bin noch kaum müde.

Mein Rucksack ist da, sehr gut. Durch den Zoll für die verzollbaren Waren. 4 kg müsste ich eigentlich verzollen. Die hübsche isländische Zöllnerin hat zunächst vor, mein Zeugs extra zu wiegen. Dann aber doch nicht, wäre für die zu erwartenden ca. 5€ Zoll ein extremer Aufwand. So komme ich ganz ohne etwas zu bezahlen durch.

Per Bus nach Reykjavík, für isländische Verhältnisse ist es geradezu dunkel. Nach 1:00 am Campingplatz. 1400 ISK kostet es mittlerweile, das ist ok. Hier muss ich diesmal sogar meinen Pass zeigen. Im Gegensatz zur gesamten Reise; nicht eine einzige Kontrolle gab’s! Punkt 2:00 im Schlafsack, angekommen!

 

Reykjavík, 22.7.

Aufstehen kurz nach 9:00. Ganz gut geschlafen, bin aber erst mal weiterhin müde. Jetzt würde eigentlich Frühstück anstehen. Ich habe aber nur Wasser und etwas Brot. Richtig gegessen wird also erst später. Schwerfälliges langsames Erheben. Draußen ist es weiterhin bewölkt, keine Sonne in Sicht. Das war vom Wetterbericht aber anders geplant!

Zeltabbau und zum Bus. Eine feste Übernachtung habe ich in Reykjavík noch, bevor es in die Westfjorde geht. 11:00, mit dem Bus zu meiner Unterkunft in der Stadtmitte. Es steigt eine Art isländischer Ozzy-Osbourne-Darsteller ein, eine interessante Lebensform. In der Unterkunft stelle ich nur schnell mein Gepäck ab. Die Frühstückszeit ist mittlerweile vorbei; also gehe ich direkt zum Mittagagessen über: BBQ-Burger und ein Bier (mit echt isländischem Preis; 990 ISK für 330 ml…), aber den Luxus muss ich mir gönnen. Gut satt kehre ich danach direkt zum Guest House zurück. Da gibt’s eine Änderung: Ich muss noch umziehen, in eine andere Unterkunft in der Nähe der Hallgrímskirkja. Auch ok, werde vom Besitzer im Auto gebracht. Bergþórugata, mit direktem Blick auf die Hallgrímskirkja.

Gehe danach meine Standardrunde durch die Stadt; mit Bankastræti, Hafen, Café Haiti, Harpa. Beim Bónus noch ein paar Schokoriegel kaufen.

Viel passiert heute aber nicht; ein typischer „Ankomm-Tag“. Immerhin, das Wetter ist deutlich besser als vormittags, schließlich sogar ganz blauer Himmel. Später dann finales Packen des Rucksacks und des Beutels, den ich nach Hesteyri schicken werde.

Kurz vor 23:00, ich bin endlich fertig, draußen ist es taghell, ganz im Gegensatz zu gestern. Morgen geht‘s los!

Reykjavík, 23.7.

Aufstehen, kurz nach 6:00 und gut geschlafen. Die Sonne scheint. Jalousie hoch, Hallgrímskirkja auch noch da! Reste packen, ich esse das Sandwich vom Vorabend. 7:15, Abmarsch und zur Bushaltestelle am Lækjatorg. Zum Glück geht’s dorthin nur abwärts. Ist aber ein ganz schönes Gewicht, das ich den Skólavörðustígur hinunter schleppe. Zum Flughafen, das heißt bis kurz davor. Direkt am Flughafen wird leider nicht gehalten, daher sind noch fast 10 Minuten Fußweg nötig. Kurz nach 8:00, ich bin viel zu früh hier. Hier langt es völlig, wenn man ca. 20 Minuten vor dem Abflug eintrudelt.

Pünktlicher Start, 8:55. Das Wetter ist sehr gut. Ich sitze aber auf der „falschen“ Seite – gen Westen und sehe daher nur das Blau des Meeres. Snæfellsnes und Snæfellsjökull sind zu erkennen, danach ist aber alles unter einer dicken Wolkendecke verborgen. Bis nach Ísafjörður lockert es aber wieder auf. Landung – vorher fliegt man greifbar nah längs der Bergkette. Ins Taxi; kurz darauf bin ich auch schon bei der TouristInfo in Ísafjörður.

In der Bucht liegt ein großes Kreuzfahrtschiff und so sind die TouristInfo und auch der Ort geradezu überschwemmt mit Leuten, die mit dieser Gegend wohl nur wenig anfangen können. Ich hole meine Bootstickets, gebe das Hesteyri- Paket ab (2500 ISK). Meinen schweren Rucksack kann ich ebenfalls bis zum Nachmittag hierlassen. Bis 14:00 – dann will ich per Bus in den Nachbarort Bolungarvík fahren – ist noch lange Zeit. Die Sonne ist raus gekommen, es ist richtig warm. Ein paar Fotos, Gaskartuschen (2 x 250 g, eigentlich etwas zu viel) kaufen, setze mich schließlich ins Bræðraborg-Café auf einen Cappuccino. Essen in Kua Thai, Rucksack abholen und noch eine ½ Stunde warten. Da kommt dann der Bus, der rote Flughafenbus. Ich bin der einzige Fahrgast. Es geht durch den Tunnel nach Bolungarvík, viel ist daher nicht zu sehen. Nur ca. 20 Minuten, dann bin ich dort (1000 ISK). Kaum jemand ist hier unterwegs – Bolungarvík scheint echt sehr klein zu sein. Zum Hafen, da kommt gerade ein Boot von Boreas an. Ob hier der Abfahrtplatz nach Hornstrandir ist? Ja, also ziemlich übersichtlich.

Gehe in ein nahe gelegenes Café. Erst mal auf die Terrasse, es ist wirklich sehr warm hier. Ich ahne schon; ich hätte etwas mehr Sonnencreme mitnehmen sollen.

Bolungarvík Hafen

Noch ein Wanderer für Hornstrandir setzt sich auf die Terrasse. Nicolas (wie ich später erfahren werde) aus Frankreich. Wir reden über unsere jeweils geplanten Touren. Er wird in etwa das machen, was ich vor 2 Jahren gewandert bin. Ebenfalls alleine unterwegs. Später kommen noch 2 Belgier, die aber nur ca. 5 Tage unterwegs sein werden. Die Zeit vergeht daher sehr schnell, obwohl es eigentlich 2½ Stunden waren. Kurz vor 16:00 am Hafen. Jetzt wolkenloser Himmel, in der Entfernung ist mein Zielgebiet Snæfjallaströnd auszumachen, teilweise noch immer mit Schnee (muss ja, bei dem Namen!).

Hornstrandir

Snæfjallaströnd

Ein recht kleines Boot nur. Wir vier Wanderer setzen uns nach draußen. 3 oder 4 weitere Passagiere gibt es noch. Das Boot schlägt so einige Wellen, als es Fahrt aufnimmt. Mein Stopp wird der erste sein. Die anderen Reisenden haben erst spätere Ausstiege. Immer näher kommt die Steilküste von Snæfjallaströnd, dann noch ums Eck bis Grunnavík. Einige Sommerhäuschen stehen hier. Per Schlauchboot werde ich angelandet. Das schon bekannte Spielchen.

… das Boot landet an, damit geht die Tour los! Teil 1

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